In seinen 25 Berufsjahren in Damaskus habe er so etwas nie erlebt. 2015 flüchtete der dreifache Vater Khaled F. nach Österreich, baute sich hier eine Existenz auf. Jetzt wird er von jugendlichen Landsleuten ausgeraubt, die nicht einmal vor Spendenboxen für das Leid in Palästina Halt machen. "Ich schäme mich für sie."
Im "Profil" wird die Geschichte des heute 52-Jährigen erzählt. Seit 2021 betreibt er einen Friseursalon in Wien-Döbling, direkt an der Heiligenstädter Straße. Ganze sechs Einbrüche bzw. Versuche gab es in den letzten Monaten auf sein Geschäft, Überwachungskameras zeigen die Taten ganz genau.
Darauf zu hören sind oft Wortfetzen: Kommuniziert wird auf Arabisch, in Dialekten, die er Syrien oder dem Irak zuordnet. Gelingt es den Tätern, ins Lokal einzudringen, lassen sie alles mitgehen, was nicht niet- und nagelfest ist: Rasierer, Scheren, Parfums und natürlich den Inhalt der Kasse. An den Wochenenden schläft er deshalb mittlerweile im Lokal.
Immerhin: Die Polizei ist sich den wachsenden Problemen in Döbling bewusst. Bei Schwerpunktaktionen wurden in den vergangenen Wochen laut "Profil" rund 20 Tatverdächtige gefasst. Jeder Dritte ist allerdings noch strafunmündig und bleibt deshalb auf freiem Fuß.