Auch Bodycams eine Option

Mehr Gewalt – ÖBB prüfen Einsatz von Stichschutzwesten

Aufgrund von zunehmender Gewaltbereitschaft bei manchen Fahrgästen prüfen die ÖBB nun den Einsatz von Bodycams und Stichschutzwesten.
Österreich Heute
14.06.2026, 15:52
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Nach mehreren Übergriffen auf Zugbegleiter wächst bei vielen ÖBB-Mitarbeitern die Sorge um die eigene Sicherheit. Nach mehreren Vorfällen in Niederösterreich hat sich der Zentralbetriebsrat mit einem dringenden Schreiben an das ÖBB-Management gewandt.

Wie der "Kurier" zuerst berichtete, war der Auslöser ein Vorfall am vergangenen Wochenende im Raum St. Pölten. Zwischen Wilhelmsburg und St. Pölten soll eine Jugendgruppe Sachbeschädigungen begangen und Zugbegleiter attackiert haben. Unter anderem soll versucht worden sein, einen Automaten aufzubrechen. Zudem wurden Verkehrsschilder beschädigt, Graffiti angebracht und Gegenstände im Zug angesengt.

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Mehr Polizei-Präsenz gewünscht

Der Vorfall habe in der Belegschaft tiefe Betroffenheit und spürbare Verunsicherung ausgelöst. "Viele Kollegen erleben derzeit ganz konkret die Sorge, im Dienst mit Situationen konfrontiert zu werden, auf die sie alleine nicht ausreichend vorbereitet oder abgesichert sind'", heißt es in dem Schreiben.

Besonders wichtig sei die konsequente Umsetzung bereits geplanter Schutzmaßnahmen. Dazu zähle vor allem die Doppelbesetzung von Zugbegleitern auf Strecken mit bekanntem Gefährdungspotenzial. Die Mitarbeiter erwarten sich laut Betriebsrat eine deutlich stärkere Präsenz der Exekutive.

Bei Doppelbesetzung weniger Übergriffe

Auch von Gewerkschaftsseite kommt Kritik. Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der vida, wird deutlich: "Doppelbesetzung ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern stellt einen längst verloren gegangenen Standard wieder her. Die Kennzahlen zeigen klar: Wo in Doppelbesetzung kontrolliert wird, kommt es zudem zu weniger Übergriffen. Seit Jahren fordern wir mehr Personal am Zug – passiert ist das Gegenteil und damit muss jetzt Schluss sein."

Die ÖBB betonen gegenüber dem "Kurier", dass bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt oder vorbereitet werden. ÖBB-Sprecher Daniel Pinka spricht von einem "ernstzunehmenden Problem". "Das Aggressionspotenzial im öffentlichen Raum macht deutlich, dass umfassende Strategien und konkrete Maßnahmen notwendig sind, um die Sicherheit der Mitarbeiter nachhaltig zu erhöhen", erklärte Pinka.

Einsatz von Bodycams und Stichschutzwesten

Bereits im Februar wurde ein Sicherheits-Roundtable mit Vertretern von Innenministerium, Verkehrsministerium, Gewerkschaft und Westbahn abgehalten. Daraus entstand ein Zehn-Punkte-Plan, der kommende Woche evaluiert werden soll.

Geprüft werden derzeit unter anderem ein flächendeckender Einsatz von Bodycams, der Test von Stichschutzwesten für Sicherheitsmitarbeiter sowie ein stiller Alarm für Beschäftigte, um bei Gewaltvorfällen rasch Hilfe anfordern zu können.

Mehr Sicherheitspersonal

Außerdem sollen laut ÖBB Züge in Tagesrandzeiten gezielt zusätzlich mit Sicherheitspersonal besetzt werden. Parallel dazu setzt man auf sogenannte lagebildbasierte Polizeistreifen, um bekannte Problemzonen gezielt zu überwachen. Trotz der aktuellen Debatte verweisen die ÖBB darauf, dass die Zahl der registrierten Übergriffe laut unternehmensinternen Daten zuletzt nicht gestiegen sei.

{title && {title} } red, {title && {title} } 14.06.2026, 15:52
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