Immer wieder sollen sich an der Bahnstrecke entlang der Donauinsel tragische Szenen abspielen.Nach Angaben eines besorgten Anwohners fehlt ein Schutzzaun. Die Folge: Immer wieder geraten Wildtiere auf die Gleise – oft mit tödlichem Ausgang.
"Leider muss ich feststellen, dass neben der Gleisanlage direkt an der Donauinsel kein Schutzzaun besteht", berichtet ein Anrainer gegenüber "Heute". Besonders betroffen seien Tiere, die auf der Donauinsel leben. "Hasen und Füchse laufen unachtsam auf den Gleisen herum oder werden vom Zug erfasst", schildert der Wiener.
Die ÖBB betonen hingegen, dass der Schutz von Wildtieren bereits ein wichtiges Anliegen sei. "Wir bedauern jeden Vorfall, bei dem Tiere im Zusammenhang mit dem Bahnverkehr zu Schaden kommen", erklärt das Unternehmen. Um Kollisionen möglichst zu vermeiden, würden gezielt Maßnahmen wie Wildquerungshilfen, Leiteinrichtungen und – dort, wo es naturschutzrechtlich erforderlich ist – Schutzzäune errichtet.
Eine durchgehende Umzäunung aller Bahnstrecken sei laut ÖBB jedoch weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. Zudem könne eine flächendeckende Einzäunung dazu führen, dass sich Tierunfälle auf andere Streckenabschnitte verlagern.
Wie häufig Wildtiere tatsächlich durch Züge in Wien ums Leben kommen, lässt sich derzeit nicht exakt feststellen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verweist auf "Heute"-Anfrage darauf, dass in der österreichischen Fallwildstatistik die jeweilige Verkehrsart nicht erfasst wird. Für die Saison 2024/2025 wurden in Wien insgesamt 222 verendete Wildtiere registriert. Ob diese durch Autos, Züge oder andere Verkehrsmittel zu Tode kamen, wird jedoch nicht gesondert ausgewiesen.
Wildunfälle mit Personenschaden werden hingegen statistisch erfasst. Im Jahr 2024 wurde in Wien laut KFV lediglich ein solcher Unfall registriert – dabei handelte es sich um eine Kollision zwischen einem Pkw und einem Wildtier. Die Zahlen für das laufende Jahr 2025 werden derzeit ausgewertet und sollen voraussichtlich im Juli veröffentlicht werden.