Stefan H. leidet an der unheilbaren Hautkrankheit "Hidradenitis suppurativa". Immer wieder muss krankes Gewebe entfernt werden. Anfang April wurde der Wiener erneut operiert.
"Mein Gewebe ist schon so kaputt, das kann man nur entfernen", erzählt der gelernte Installateur im Gespräch mit "Heute". Dabei seien unter den Achseln handtellergroße Hautflächen entfernt worden. Eine geplante Hauttransplantation scheiterte, nun müsse der Körper die offenen Wunden selbst schließen, "die Heilung dauert rund drei Monate."
Trotzdem wurde sein Krankenstand nach einer Kontrolle beim Medizinischen Dienst der Österreichischen Gebietskrankenkasse (ÖGK) beendet. "Der Arzt hat mich nach sechs Wochen aus dem Krankenstand geworfen. Er hat gesagt, es passt alles", sagt der 50-Jährige. Bis heute ärgert ihn, dass aktuelle Befunde nicht berücksichtigt worden seien.
Er legte Berufung ein und wandte sich nach eigenen Angaben an Arbeiterkammer, Patientenanwalt und Ombudsstelle. "Ich habe nie eine Begründung bekommen, warum der Krankenstand vorbei ist."
Seine Hausärztin hielt Ende Mai fest, dass Stefan H. bis zum endgültigen Wundschluss nicht arbeitsfähig sei. Auch die behandelnde Hautärztin sprach sich wegen der großen offenen Wundflächen für eine Verlängerung des Krankenstandes aus (die Briefe liegen "Heute" vor).
Die ÖGK weist die Vorwürfe zurück. Stefan H. war beim AMS gemeldet, als er in den Krankenstand getreten ist. Deswegen, so die Erklärung, sei nicht geprüft worden, ob er wieder als Installateur arbeiten könne, sondern ob grundsätzlich eine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt möglich sei.
Der Versicherte sei, so die Reaktion der ÖGK, persönlich untersucht worden. Nach einer neuerlichen Prüfung der nachgereichten Unterlagen habe sich ebenfalls keine Grundlage für eine Verlängerung des Krankenstandes über den 21. Mai hinaus ergeben. "Die Behauptung, Befunde seien nicht angesehen worden, weisen wir daher zurück", erklärt die ÖGK.
Stefan H. macht das wütend, er bleibt bei seiner Kritik. "Das ist ein Witz, meine Befunde wurden nicht angesehen.“ Er meint, er konnte in dem Zustand sicher nicht arbeiten, „das AMS hätte mir in diesem Zustand keinen Job vermitteln können."
Besonders belastend für ihn: "Bei dieser Hitze verheilen meine Wunden immer noch nicht."