AK half dem Wiener

ÖGK kürzt psychisch Krankem plötzlich den Krankenstand

Zwei Wochen statt einem Monat: Per Brief informierte die ÖGK einen 50-jährigen Wiener über die Krankenstands-Kürzung. Er wandte sich an die AK.
Wien Heute
28.04.2026, 05:30
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Was für viele selbstverständlich klingt, wurde für Herrn S. (Name von der Redaktion geändert) zum echten Problem. Der 50-Jährige war wegen psychischer Beschwerden von seinem Hausarzt für einen Monat krankgeschrieben worden. Doch nur eine Woche später flatterte Post ins Haus: Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) verkürzte den Krankenstand kurzerhand auf zwei Wochen – ohne Untersuchung oder Rückfrage.

Arbeitgeber setzt Kranken unter Druck

Brisant: Auch der Arbeitgeber wurde informiert und machte Druck. Herr S. solle pünktlich zurückkehren, sonst drohe unentschuldigtes Fehlen. Alternativ könne er Urlaub nehmen. Für den Mann eine heikle Situation – krank, aber offiziell plötzlich wieder arbeitsfähig.

„Facharzttermine bei Psychiatern sind schwer zu bekommen, Wartezeiten von Wochen oder Monaten sind die Regel“
Max WehAK-Experte

In seiner Not wandte er sich an die Arbeiterkammer Wien. "Wir intervenierten bei der ÖGK", sagt Max Weh von der Abteilung Sozialversicherung. "Die Begründung der ÖGK: Der Befund sei nicht ausführlich genug, es brauche eine Diagnose vom Facharzt. Doch genau da liegt das Problem – Facharzttermine bei Psychiatern sind schwer zu bekommen, Wartezeiten von Wochen oder Monaten sind die Regel."

ÖGK lenkte schließlich ein

Der Hausarzt reagierte rasch und stellte eine neue Krankschreibung aus. Zusätzlich hielt er fest, dass ein Termin beim Psychiater kurzfristig nicht möglich sei und führte die Beschwerden genauer aus. Erst danach lenkte die ÖGK ein und verlängerte den Krankenstand.

Weh warnt: "Ärztliche Krankschreibungen sollten nicht ohne triftigen Grund infrage gestellt werden, denn das bringt Betroffene in eine sehr schwierige Lage. Herr S. war krank – sein Arzt hat das bescheinigt. Ohne die AK hätte er womöglich seinen Job riskiert oder krank arbeiten gehen müssen. Wir konnten erreichen, dass sein Krankenstand anerkannt wurde und er die nötige Zeit zur Genesung bekam.”

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