Wir alle spüren die Auswirkungen der Welt-Krisen. Nach einer kurzen Verschnaufpause steigen die Energiepreise wieder deutlich an. Besonders Öl und Gasöl haben zuletzt kräftig zugelegt. Das könnte sich schon bald an der Zapfsäule und bei den Heizkosten bemerkbar machen.
Laut dem aktuellen Kapitalmarktupdate des Bankhaus Spängler war der Ölpreis heuer starken Schwankungen ausgesetzt. Nach dem Anstieg infolge des Iran-Krieges entspannte sich die Lage zunächst wieder. Im Juli sorgten neue Kampfhandlungen aber erneut für höhere Preise. Gasöl hat sich seit Jahresbeginn sogar mehr als verdoppelt.

Die höheren Energiepreise wirken sich auch auf die Inflation aus. Steigen die Kosten für Energie, verteuern sich häufig auch viele andere Produkte und Dienstleistungen. Deshalb rechnen die Finanzmärkte inzwischen damit, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen im September erneut anheben könnte. Bis Jahresende wäre sogar ein weiterer Zinsschritt möglich.
Für Kreditnehmer wäre das eine schlechte Nachricht. Höhere Leitzinsen verteuern viele Kredite. Gleichzeitig geraten Anleihen weiter unter Druck, weil deren Renditen bereits deutlich gestiegen sind.
Überraschend robust zeigen sich hingegen die Aktienmärkte. Viele Unternehmen haben zuletzt bessere Zahlen als erwartet vorgelegt. US-Aktien liegen heuer in Euro gerechnet um mehr als 11 Prozent im Plus, europäische Aktien knapp 10 Prozent. Besonders stark entwickelte sich der südkoreanische Aktienmarkt mit einem Plus von rund 60 Prozent.
Für die kommenden Monate erwarten die Experten ein moderates Wirtschaftswachstum und eine nur vorübergehend höhere Inflation in Europa. Als größte Risiken gelten weiter geopolitische Konflikte, anhaltend hohe Energiepreise und weitere Zinserhöhungen. Chancen sehen sie unter anderem in sinkenden Energiekosten, einem Ende der Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine sowie Produktivitätsgewinnen durch Künstliche Intelligenz.