Nach über zehn Jahren schrittweiser Herabstufungen ist Österreich nicht mehr mit der Bestnote AAA bei einer großen Ratingagentur gelistet. Morningstar DBRS hat das langfristige Kreditrating der Republik am vergangenen Freitag von AAA auf AA (high) gesenkt. Gleichzeitig wurde der Ausblick von 'Negativ' auf 'Stabil' angehoben.
Als Hauptgrund für die Herabstufung nennt die Agentur die anhaltend hohen Haushaltsdefizite, steigende Staatsverschuldung und wachsende finanzielle Belastungen. Das Budgetdefizit lag 2025 zwar bei 4,2 Prozent des BIP, bleibt damit aber weiterhin auf einem der höchsten Werte im Euroraum.
Morningstar DBRS betont besonders die Entwicklung der Schuldenquote: Sie stieg 2025 auf 81,3 Prozent des BIP und dürfte laut Prognosen bis 2030 auf rund 85 Prozent anwachsen. Die Analysten rechnen trotz Konsolidierungsbemühungen mit einem weiteren leichten Anstieg.
Trotz der Herabstufung sieht die Agentur die Risiken derzeit als ausgewogen an. Die stabile Perspektive stützt sich auf Österreichs robuste Wirtschaftsstruktur, starke Institutionen und eine solide außenwirtschaftliche Position. Zugleich warnt Morningstar DBRS vor Risiken durch geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise und strukturelle Herausforderungen wie den demografischen Wandel und den wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck.
Die Entscheidung fällt nur wenige Tage vor der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ), die am Mittwoch im Nationalrat erwartet wird. Die Regierung plant Einsparungen und Investitionen, um das Defizit bis 2028 wieder unter die Maastricht-Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu bringen. Vorgesehen sind unter anderem Entlastungen bei Arbeitskosten, Rationalisierungen in der Verwaltung und Maßnahmen gegen steigende Strompreise.