Wo ist Michaela B.?

Österreicherin seit acht Monaten spurlos verschwunden

Seit Februar fehlt von Michaela B. aus der Steiermark jede Spur. Eine mysteriöse E-Mail und Hinweise nach Deutschland geben der Familie Rätsel auf.
14.10.2026, 11:21
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Vier Kinder warten seit acht Monaten auf ein Lebenszeichen ihrer Mutter. Doch von Michaela B. (48) aus St. Georgen an der Stiefing im Bezirk Leibnitz fehlt weiterhin jede Spur. Während die Polizei mittlerweile international nach der Steirerin sucht, versucht auch ihre Familie verzweifelt herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Eine rätselhafte Nachricht und mögliche Verbindungen nach Deutschland werfen dabei immer neue Fragen auf.

Mutter verschwindet - persönliche Sachen bleiben zurück

Am 13. Februar 2026 verliert sich die Spur der 48-Jährigen. Michaela verlässt ihre Wohnung und lässt dabei mehrere persönliche Gegenstände zurück. Ihr Handy, ihren Laptop und ihre Smartwatch nimmt sie ebenso wenig mit wie ihre geliebten Chihuahuas. Lediglich Reisepass und Führerschein fehlen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bei der Suche nach der Vermissten kommen auch Spürhunde zum Einsatz. Sie verfolgen eine Fährte bis zum Bahnhof Wildon. Ob die Steirerin dort tatsächlich einen Zug bestiegen hat, lässt sich allerdings nicht feststellen.

Ihr Cousin, weist im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" auf einen wichtigen Umstand hin: "Diesen Weg hat sie jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit zurückgelegt". Die Hunde könnten demnach auch eine ältere Spur verfolgt haben.

Mysteriöse E-Mail sorgt für neue Fragen

Acht Tage nach Michaelas Verschwinden taucht plötzlich eine Nachricht auf. Am 21. Februar wird eine E-Mail verschickt, die angeblich von der Vermissten selbst stammt. Der brisante Inhalt: Die 48-Jährige soll darin erklärt haben, dass sie nicht aus freien Stücken verschwunden sei.

Laut ihrem Cousin enthält die Nachricht außerdem persönliche Daten, darunter die Sozialversicherungsnummer und den Entsperrcode ihres Handys. Auch auf WhatsApp-Nachrichten soll darin hingewiesen worden sein. Bis heute ist allerdings nicht geklärt, wer die E-Mail tatsächlich geschrieben hat.

Bei seinen Nachforschungen stößt Michaelas Cousin zudem auf Zugbuchungen, die über Wien in Richtung Hamburg führen. Weitere Hinweise betreffen mögliche Kontakte der Vermissten in eine spezielle Dating- und Fetisch-Szene in Deutschland, heißt es in dem Bericht.

Ob Michaela tatsächlich nach Deutschland gereist ist, bleibt offen.

Cousin erhält Drohungen bei Suche

Für Michaelas Angehörige ist das Verschwinden eine enorme Belastung. Besonders ihre Tochter Emily leidet unter der Ungewissheit.

"Sie hat mir erzählt, dass sie auch heute noch einfach anfängt, mit ihrer Mutter zu reden, wenn irgendetwas passiert", berichtet ihr Cousin in der "Kleinen Zeitung" über seine Gespräche mit der jungen Frau.

Emily selbst wandte sich vor Kurzem mit emotionalen Worten auf Facebook an ihre Mutter: "Ich hoffe, es geht dir gut. Wo auch immer du bist, ist das mein größtes Bedenken – was sich auch nicht lösen wird, bis ich nicht von dir selbst höre."

Auch ihre Sehnsucht bringt sie deutlich zum Ausdruck: "Du bist mir unglaublich wichtig und gehst mir ab." Ihr Cousin lebt in Kärnten und steht regelmäßig mit Emily in Verbindung. Einen großen Teil seiner Freizeit investiert er in die Suche nach seiner Cousine.

Dabei berichtet er mittlerweile auch von Drohnachrichten, die er im Zusammenhang mit seinen Recherchen erhalten haben soll. Deshalb möchte er anonym bleiben.

Über die Facebook-Seite "Michaela B. vermisst" versucht er weiterhin, auf den Fall aufmerksam zu machen. Unterstützung bekommt die Familie vom ehemaligen Kriminalbeamten Christian Mader und dessen Initiative "Österreich findet euch". Zusätzlich wurde ein Privatdetektiv eingeschaltet.

Ermittlungen wegen Verdachts auf Freiheitsentziehung

Inzwischen beschäftigt das Verschwinden auch die Justiz. Opferanwalt Wolfgang Gappmayer, der Michaelas Tochter Emily vertritt, wandte sich am 11. September mit einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Graz.

Nach seinen Angaben wurde am 14. September ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Freiheitsentziehung eingeleitet. Allerdings gibt es aus Sicht des Anwalts ein Problem: Er konnte bisher keine Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen, berichtet die "Kleine Zeitung".

Dagegen hat Gappmayer bereits einen Einspruch wegen Rechtsverletzung eingebracht. Eine gerichtliche Entscheidung steht noch aus. Ohne Kenntnis des Akteninhalts könne er weder den bisherigen Ermittlungsstand ausreichend einschätzen noch gezielt weitere Beweise beantragen.

Auch die technischen Geräte der Vermissten könnten bei der Suche eine Rolle spielen. Laut ihrem Cousin befinden sich Handy, Laptop und Smartwatch weiterhin bei ihm. Von der Polizei seien sie bisher nicht angefordert worden.

Polizei sucht bereits international nach Steirerin

Die Fahndung nach der vierfachen Mutter läuft mittlerweile auch über Österreichs Grenzen hinaus. Wie Chefinspektor Fritz Grundnig gegenüber der "Kleinen Zeitung" bestätigte, wird Michaela B. inzwischen über Interpol gesucht.

Konkrete Erkenntnisse über ihren Verbleib gibt es allerdings weiterhin nicht: "Wir bekommen sofort Bescheid, sollte es Hinweise geben. Im Moment haben wir leider überhaupt keine Anhaltspunkte – weder zu ihrem Aufenthaltsort noch zu einer möglichen Straftat."

Auch in ihrer Heimatgemeinde ist das Verschwinden nicht vergessen. Bürgermeister David Rumpf kennt die 48-Jährige persönlich. Seine Kinder besuchten gemeinsam mit Michaelas Kindern die Schule.

Er erinnert sich in der "Kleinen Zeitung" an eine freundliche Frau, die oft mit ihren Hunden unterwegs war. Ein öffentlicher Vermisstenaufruf der Gemeinde brachte bisher jedoch keine entscheidenden Hinweise.

Ob Michaela B. freiwillig untergetaucht ist oder Opfer einer Straftat wurde, ist nach wie vor ungeklärt. Für ihre vier Kinder und die übrige Familie bleibt damit auch acht Monate nach ihrem Verschwinden die quälende Frage: Wo ist Michaela?

wil, Akt. 14.10.2026, 11:26, 14.10.2026, 11:21
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