Mit einer berührenden Nachricht hat sich Katharina Beserowicz von den Menschen verabschiedet, die sie über viele Jahre begleitet haben. Die beliebte Lehrerin und Unternehmerin aus Judenburg in der Steiermark ist am 10. Oktober im Alter von 54 Jahren verstorben. Jahrelang hatte sie mit einer schweren Krebserkrankung gelebt. Nun trauern Familie, Freunde und die gesamte Schulgemeinschaft um die gebürtige Polin.
Die Diagnose erhielt Beserowicz im Jahr 2018. Damals bemerkte sie beim Duschen eine ungewöhnliche Veränderung an ihrer Brust. Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen Tumor handelte.
Nach einer Bestrahlung kehrte die Erkrankung bereits im darauffolgenden Jahr zurück. Der Krebs hatte Metastasen gebildet. Die Ärzte teilten ihr mit, dass eine Heilung nicht mehr möglich sei.
Doch Beserowicz ließ sich davon nicht abhalten, ihr Leben weiterhin aktiv zu gestalten. Sie legte unter anderem 270 Kilometer auf dem Jakobsweg zu Fuß zurück und machte sich für die Früherkennung von Brustkrebs stark.
Viele Jahre betrieb die Judenburgerin den "Beauty Room" in der Burggasse. Dort widmete sie sich unter anderem der Mikropigmentierung von Brustwarzen nach einer Brustentfernung. Damit unterstützte sie Frauen, die selbst eine Krebserkrankung durchgemacht hatten.
Auch über ihre eigene gesundheitliche Situation sprach sie offen. In ihrem Blog "Mein Leben mit dem Krebs" berichtete sie über die verschiedenen Behandlungen und ihren Alltag mit der Krankheit.
Chemotherapien, Bestrahlungen, Anti-Hormon-Therapien und zuletzt die sogenannte PIPAC-Methode gehörten zu ihrem langen Behandlungsweg. Trotz der Belastungen versuchte sie, den Blick auf die positiven Seiten des Lebens zu richten.
Noch im August erklärte sie in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung": "Ich genieße jeden Tag, ich sage danke und nehme mein Leben so an, wie es ist."
Vor drei Jahren hatte sich die studierte Germanistin und Pädagogin beruflich neu orientiert. Sie wechselte von der Selbstständigkeit in den Schuldienst und begann an der Mittelschule Judenburg zu unterrichten.
Dort hinterlässt ihr Tod eine große Lücke. Schulleiter Marco Krätschmer zeigte sich in der Tageszeitung tief betroffen: "Wir verlieren eine großartige Kollegin und Freundin", erklärte er. Besonders ihr Einsatz für die Kinder und Jugendlichen werde in Erinnerung bleiben.
"Katharina war für ihre Schülerinnen und Schüler immer da. Ihr Lachen, ihr Engagement werden uns fehlen. Sie hinterlässt große Fußstapfen", heißt es in dem Bericht der "Kleinen Zeitung".
Vor ihrem Tod verfasste Beserowicz eine persönliche Abschiedsbotschaft, die anschließend in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde.
"Nach vielen Jahren des Starkseins, Hoffens und Kämpfens gegen den Krebs ist mein Weg nun zu Ende gegangen." Darin bedankte sich die 54-Jährige bei all jenen, die sie während ihrer Erkrankung unterstützt hatten.
"Ich möchte mich von Herzen bei all den Menschen bedanken, die mich auf diesem Weg begleitet haben, für mich da waren, an mich gedacht, mit mir gelacht, geweint und gehofft haben. Eure Liebe, eure Unterstützung und die gemeinsamen Erinnerungen haben mir unglaublich viel bedeutet", schrieb sie.
Zum Schluss richtete sie noch einen besonderen Wunsch an ihre Angehörigen und Freunde.
"Bitte erinnert euch nicht nur an die schweren Zeiten, sondern vor allem an die schönen Momente, die wir miteinander teilen durften. Seid nicht traurig, weil ich gegangen bin, sondern dankbar für die Zeit, die wir miteinander hatten. Ich bin nun frei."
Katharina Beserowicz wäre in wenigen Wochen 55 Jahre alt geworden. Sie hinterlässt ihren Sohn Pascal sowie ihre beiden Katzen Blue und Blacky.