Ein falscher Griff mit teuren Folgen: Ein 34-jähriger Geldtransportfahrer entdeckte in einer Grazer McDonald's-Filiale zwei prall gefüllte Geldsäcke. Statt sie liegen zu lassen, nahm er sie mit. Darin befanden sich insgesamt 100.000 Euro – über den Fall berichtet aktuell die "Kleine Zeitung".
Der Mann versteckte das Geld zu Hause und gab einen Teil davon aus. Doch sein vermeintlicher Geldsegen hielt nicht lange an. Eine Überwachungskamera brachte die Ermittler auf seine Spur. Jetzt musste sich der Ungar am Grazer Straflandesgericht verantworten.
Die beiden Säcke waren in einer abgesperrten Safe-Box untergebracht. Eigentlich hätten sie dort sicher verwahrt sein sollen. Allerdings waren sie nicht für die Tour des 34-Jährigen bestimmt. Ein anderer Geldtransportfahrer hatte sie offenbar am falschen Stützpunkt abgegeben.
Als der Angeklagte die Säcke entdeckte, konnte er nach eigenen Angaben nicht widerstehen. "Beide Säcke waren so voll, dass kein Schein mehr reinpasste", schilderte der Mann laut "Kleine Zeitung" vor Gericht.
Warum er zugriff, konnte er selbst nicht richtig erklären. "Ich weiß auch nicht, was los war. Mein Kopf hat sich gedreht, als ich die Geldsäcke sah...", wird der Mann in der Tageszeitung zitiert.
Richter Martin Heissenberger wollte wissen, warum der Mann davon ausging, dass die verschwundenen Geldsäcke nicht auffallen würden. "Und Sie dachten, man kommt Ihnen nicht auf die Spur, wenn etwas verschwindet?", fragte er den Angeklagten.
Der 34-Jährige erklärte laut "Kleine Zeitung": "Ja, ich dachte, der Kollege hat die Geldsäcke halt irgendwo vergessen und weiß gar nicht mehr wo." Dass er damit eine enorme Summe an sich genommen hatte, wurde ihm erst später bewusst: "Dass es 100.000 Euro waren, damit habe ich nicht gerechnet."
Nach dem Diebstahl brachte der Mann seine Beute nach Hause und versteckte sie dort. Lange blieb das Geld allerdings nicht vollständig unangetastet. "11.000 Euro haben Sie ausgegeben, der Rest wurde bei Ihnen sichergestellt", hielt der Richter laut dem Bericht fest.
Der Angeklagte erklärte, mit dem Geld Schulden in seiner Heimat beglichen zu haben. Für mich selbst hab‘ ich nichts ausgegeben", beteuerte er laut "Kleine Zeitung". Den Großteil der gestohlenen Summe konnten die Ermittler somit sicherstellen.
Entscheidend für die Aufklärung waren Aufnahmen einer Überwachungskamera. Darauf war der 34-Jährige beim Diebstahl zu erkennen. Mit den Bildern konfrontiert, zeigte sich der Mann relativ rasch geständig.
Er erklärte allerdings, dass auch seine familiäre Situation bei seinem Geständnis eine Rolle gespielt habe. "Ich habe aber auch gestanden, weil ich bald Vater werde", sagte er laut der Tageszeitung vor Gericht.
Seinen bisherigen Beruf kann der Mann laut dem Bericht inzwischen nicht mehr ausüben. "Geldtransportfahrer bin ich nun keiner mehr, der Job ist weg", erklärte er.
Das Gericht verurteilte den 34-Jährigen wegen schweren Diebstahls zu sechs Monaten bedingter Haft. Zusätzlich muss er den entstandenen Schaden wiedergutmachen und die Verfahrenskosten bezahlen.
Richter Heissenberger zeigte sich laut "Kleine Zeitung" überzeugt, dass der Angeklagte nicht erneut straffällig werden dürfte. "Ich gehe bei Ihnen aber nicht davon aus, dass Sie noch einmal Ihren Arbeitgeber bestehlen. Sie sind Familienvater, gehen wieder einer Arbeit nach", sagte er.
Die gestohlenen Geldsäcke kosteten den Mann seinen Job. Von den 100.000 Euro blieb ihm am Ende nichts, stattdessen muss er nun für den Schaden aufkommen.