Neue brisante Details rund um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein: Eine Juristin aus Österreich stand über Jahre hinweg in engem Kontakt mit dem US-Milliardär. Kennengelernt hatten sich die beiden über eine Arbeitskollegin in Paris, 2013 kam es schließlich zu einem persönlichen Treffen in New York. Von dem Fall berichtet das ORF-Radio Ö1 am Mittwoch im Morgenjournal.
Aus hunderten E-Mails geht hervor, dass die Frau Epstein als eine Art Mentor sah. Sie bat ihn um Ratschläge zu Studium, Karriere - und auch zu sehr persönlichen Themen. "Ich habe niemanden, dem ich meine Erlebnisse berichten kann", schreibt sie in einer Nachricht.
Epstein versprach ihr Unterstützung bei Kontakten zu Elite-Unis. Gleichzeitig soll er wiederholt nach jungen Frauen gefragt haben. In mehreren Mails erkundigte er sich: "Welche neuen Mädchen hast du?" oder "Hast du schon irgendwelche Mädchen?". Die Juristin verneinte dies laut den Unterlagen immer wieder.
Ob sie tatsächlich junge Frauen rekrutierte, ist unklar. Aus den E-Mails selbst geht das nicht hervor. Ihre US-Anwältin weist entsprechende Vorwürfe entschieden zurück. Stattdessen erhebt sie schwere Anschuldigungen gegen Epstein: Er habe die Frau zu sexuellen Handlungen gezwungen und sie verbal sowie körperlich misshandelt.
Experten betonen, dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn Opfer von Sexualstraftätern in ein Abhängigkeitsverhältnis geraten. Nach dem Treffen 2013 brach Epstein den Kontakt schließlich ab.
Kritik gibt es auch an den US-Behörden: Die Anwältin der Juristin bemängelt, dass der Name ihrer Mandantin in den veröffentlichten Dokumenten nicht geschwärzt wurde.