Ein geleaktes Pentagon-Papier und scharfe Töne aus Argentinien heizen den Streit um die Falklandinseln neu an. Während London klar Stellung bezieht, stellt Buenos Aires den Status der Inselgruppe erneut infrage.
Auslöser ist ein internes US-Papier, in dem ein möglicher Kurswechsel angedeutet wird. Washington hatte die Falklandinseln bisher stets als britisches Hoheitsgebiet unterstützt. Laut LBC wird nun sogar erwogen, Verbündete zu bestrafen, die sich nicht an US-geführten Angriffen auf den Iran beteiligt haben.
Für zusätzliche Brisanz sorgt Argentiniens Vizepräsidentin Victoria Villarruel. Sie fordert Verhandlungen mit Großbritannien – jedoch ohne die Inselbewohner. Die sogenannten "Kelpers" sollten "nach England zurückkehren", sie seien "nicht Teil der Diskussion".
Großbritannien reagiert deutlich. Außenministerin Yvette Cooper betonte auf X: "Die Falklandinseln sind britisch – die Souveränität liegt beim Vereinigten Königreich, das Selbstbestimmungsrecht bei den Inselbewohnern". Unterstützung kommt von Tory-Chefin Kemi Badenoch: "Ich glaube nicht, dass wir das jetzt schon so ernst nehmen müssen".
Der Konflikt reicht weit zurück: Die Inseln liegen rund 400 Kilometer vor Argentiniens Küste. Großbritannien beansprucht sie seit 1765, Argentinien seit 1816 (Las Malvinas). Rund 3000 Menschen leben dort, dazu etwa 1700 britische Soldaten. 1982 eskalierte der Streit im Falklandkrieg.
2013 stimmten 99,8 Prozent der Bevölkerung für den Verbleib bei Großbritannien – Argentinien erkannte das nicht an. Seit der Entdeckung von Ölfeldern erhält Buenos Aires Rückhalt aus Lateinamerika.
Präsident Javier Milei begrüßt die neue Dynamik. Argentinien tue "alles Menschenmögliche, damit die argentinischen Falklandinseln, das gesamte Territorium, wieder in argentinische Hände fallen", sagte er im Radio.
Die Aussagen fallen ausgerechnet während des USA-Besuchs von König Charles III. Ob die Falklandinseln dort Thema sind, ist unklar.