Österreich verliert eine der bedeutendsten Fotografinnen des Landes. Die international gefeierte Künstlerin Elfie Semotan ist am Samstag im Alter von 84 Jahren gestorben.
Wie ihre Familie dem ORF Burgenland bestätigte, erlitt Semotan beim Schwimmen im Freibad Jennersdorf offenbar einen Herzstillstand. Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen konnte ihr Leben nicht mehr gerettet werden. Im Juli hätte sie ihren 85. Geburtstag gefeiert.
Geboren wurde Semotan 1941 in Wels. Nach ihrer Ausbildung an der Modeschule Hetzendorf zog sie bereits als junge Frau nach Paris. Dort arbeitete sie zunächst als Model, bevor sie Anfang der 1970er-Jahre hinter die Kamera wechselte und eine internationale Karriere als Fotografin begann.
Im Laufe ihrer Karriere fotografierte sie für einige der renommiertesten Mode- und Lifestyle-Magazine der Welt. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen Werbekampagnen sowie Porträts von Supermodels und Schauspielstars.
Große Bekanntheit erlangte Semotan vor allem mit ihren Porträts und ihrer Werbefotografie. Gleichzeitig schuf sie aber auch künstlerische Arbeiten abseits der Modewelt. Dazu zählen ihre inszenierten Wald-Fotografien, in denen Stoffe, Puppen oder Kunststofffolien Teil von Bildern wurden, die sich mit Klimawandel und der Bedeutung des Waldes auseinandersetzten.
Für ihr Werk erhielt die Fotografin zahlreiche internationale Auszeichnungen. Zudem wurde sie mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst geehrt.
Auch privat war Semotan eng mit der Kunstszene verbunden. Sie war zunächst mit dem Künstler Kurt Kocherscheidt verheiratet und nach dessen Tod mit dem deutschen Künstler Martin Kippenberger. Elfie Semotan hinterlässt zwei Söhne.