Der Rücktritt von Lisa Eder, Österreichs beste Skispringerin, sorgt weiter für Unruhe im ÖSV.
Die 24-jährige "Adlerin" beendet überraschend ihre Karriere nach der besten Saison. Brisanter Grund: Ihr Verlobter Manuel Fettner, der nach 25 Jahren als ÖSV-"Adler" zurücktrat, bekam keinen Platz in Eders ÖSV-Trainerteam.
Jetzt legt ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher nach. Für den zweifachen Kombi-Olympiasieger ist nicht nur der Inhalt der Forderung problematisch, sondern vor allem der Weg dorthin.
"Der Gang an die Öffentlichkeit ist offensichtlich eine neue Art zu kommunizieren. Das ist schade. Begonnen hat es ja bereits mit Vincent Kriechmayr. Derzeit passieren viele Dinge über die Medien, doch gehören gewisse Themen nicht in die Öffentlichkeit", sagt er in der "Kleinen Zeitung".
Für den ÖSV ist Eders Forderung, den Freund ins Betreuerteam zu holen, nicht umsetzbar – und das aus grundsätzlichen Gründen. "Das war von ihr der definitiv nicht richtig gewählte Zugang zu der Thematik und ist aus unserer Sicht schon aufgrund der Compliance-Regelung (Anm.: Diese untersagt die Beziehungen zwischen Trainern und Athleten in derselben Gruppe, um Fairness zu garantieren) nicht umsetzbar", stellt Stecher klar.
Die Linie im Verband ist strikt und soll auch nicht aufgeweicht werden. Stecher verweist dabei auf mögliche Folgen: "Wenn wir das zulassen, dann kann jeder mit seinem Partner daherkommen und sich als Trainer wünschen. Das geht einfach nicht."
Dass es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. "Eine ähnliche Geschichte hatten wir ja bereits einmal mit Franziska Gritsch." Die Tirolerin verließ damals die Verbandsstruktur, um mit ihrem Partner eigene Wege zu gehen.
Für Stecher steht fest: Der ÖSV wird an seinen Regeln festhalten – auch wenn das im Einzelfall harte Konsequenzen hat.