"Das geht einfach nicht"

Liebe im ÖSV-Team – "Da hört es sich bei mir auf"

Beziehungen im selben Team sind im ÖSV tabu. Fälle wie Eder und Gritsch zeigen, wie strikt der Skiverband bleibt.
Sport Heute
21.04.2026, 11:45
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Lisa Eder war die beste österreichische Skispringerin, jetzt bleibt die 24-Jährige für immer am Boden. Grund: Ihr Freund, Ex-Adler Manuel Fettner, darf nicht Teil ihres Trainer-Teams im ÖSV sein.

Liebe und Leistung - im österreichischen Skiverband ist diese Kombination ein heikles Thema. Beziehungen zwischen Trainern und Athleten innerhalb derselben Trainingsgruppe sind verboten. Der Grund: strenge Compliance-Regeln, die für Fairness und Gleichbehandlung sorgen sollen.

"Das geht einfach nicht"

ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher stellt unmissverständlich klar: "Wenn wir das zulassen, dann kann jeder mit seinem Partner daherkommen und sich den als Trainer wünschen. Das geht einfach nicht." Für den Verband ist die Linie eindeutig - private Beziehungen dürfen keinen Einfluss auf sportliche Entscheidungen haben.

Wie emotional die Debatte geführt wird, zeigt der Fall Lisa Eder. Im Zuge der Diskussion um ihren Verlobten Manuel Fettner fand Stecher in der "TT" deutliche Worte: "Wenn man Forderungen stellt und will, dass der ÖSV das dann zahlt, und nur dann mache ich weiter, da hört es sich bei mir auf."

Neu ist die Problematik nicht: Bereits 2023 zog Skirennläuferin Franziska Gritsch Konsequenzen und verließ die Strukturen des Verbands, um mit ihrem Partner und Trainer Florian Stengg eigenständig zu arbeiten. Nach zwei vollen Saisonen ohne Verbandsstruktur geht das Duo nächsten Winter mit neuer Skimarke Atomic in die dritte Saison.

Stecher: "Kann jeder mit Partner kommen"

Stengg zeigt in der "TT" Verständnis für die harte Linie des ÖSV: "Das ist absolut nachvollziehbar aus Sicht des ÖSV. Darüber haben wir uns nie beschwert."

Gleichzeitig bringt er einen möglichen Kompromiss ins Spiel: "Aber man könnte es sich gerade in der heutigen Zeit überlegen, dass alle Parteien ein Miteinander finden. Es wäre eine Option, auch im Fall Lisa Eder, dass ein Trainer eine betreuende Funktion außerhalb des Teams hat und nicht vom ÖSV bezahlt wird."

Doch auch hier bleibt der Verband strikt. Stecher schiebt solchen Überlegungen einen klaren Riegel vor: "Wenn wir das zulassen, dann kann jeder mit seinem Partner daherkommen und sich den als Trainer wünschen. Das geht einfach nicht."

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.04.2026, 11:45
Jetzt E-Paper lesen