Im ÖSV hat die Causa Roland Assinger Konsequenzen. Nach der anhaltenden Kritik an seinen Umgangsformen soll der Damen-Cheftrainer künftig weniger direkten Kontakt zu den Athletinnen haben – das deutete nun Sportdirektor Mario Stecher bei "Sport und Talk aus dem Hangar-7" auf Servus TV an.
"Es war wichtig, dass jetzt Ruhe reinkommt. Wir haben viele Gespräche geführt und Ansätze gefunden, besser zu kommunizieren. Es geht um Vertrauen und Wertschätzung", sagte Stecher.
Die Kritik an Assinger – allen voran von Super-G-Weltmeisterin Stephanie Venier, die beim Rücktritt noch einmal nachgelegt hatte – ist im Verband also nicht ungehört geblieben.
Stecher deutete an, dass Assingers ruppiger Stil auch mit seiner Rolle als Krisenmanager zusammenhing. "Man hat Roland Assinger geholt, um Feuerwehr zu spielen", so der frühere Kombi-Olympiasieger. Doch der Verband reagierte intern:
"Da muss man Roland herausnehmen und den direkten Umgang den Gruppentrainern geben. Roland als der Chef schlechthin wird alles im Damenbereich leiten."
Zwischen den Zeilen klingt durch: Assinger bleibt Chef, aber weiter weg von der täglichen Arbeit mit den Athletinnen. Die Kommunikation mit den Läuferinnen übernehmen wohl vermehrt die Gruppentrainer. Im ÖSV soll damit die aufgeheizte Stimmung beruhigt werden.
Venier hatte im Sommer offen Kritik an Assingers Umgangston geübt. Der 52-Jährige reagierte gereizt, sprach jüngst von "viel Blabla" und "medialem Rummel", sah die Angelegenheit als "abgehakt".
Die frühere Weltmeisterin Alexandra Meissnitzer, inzwischen FIS-Beauftragte, nahm Assinger indirekt in Schutz – und übte ihrerseits Kritik an der Art der öffentlichen Auseinandersetzung.
"Wir waren damals so unterschiedliche Typen in der Zeit der Golden Girls. Natürlich hat es bei uns auch gekracht. Wir haben uns aber nichts über die Medien ausgerichtet", sagte die Salzburgerin.
Und weiter: "Eines muss man auch mal ganz klar sagen: Es ist Spitzensport. Ich weiß nicht, wann es angefangen hat, dass man sich alles über Medien und Instagram ausrichtet."