Daniel Hemetsberger, nach Vincent Kriechmayr die Nummer zwei im ÖSV-Team, hat ein Ziel: "Ich will den ersten Weltcupsiegsieg." Trotz vier Kreuzbandrissen, Arthrose und einem Knorpelschaden. "Mein Doktor sagt immer: ,Es gibt einen schmalen Grat, wo mein Knie funktioniert.‘ Das ist aktuell so – warum auch immer. Ich konnte mehr trainieren, die Zeiten passen", ist der 34-Jährige zufrieden. "Ich freue mich auf die Saison."
Der Tod von Matteo Franzoso (It) beim Training in Chile setzt Hemetsberger noch immer zu: "Das darf nicht passieren. Der Athlet hat die Piste verlassen, da darf er im Training oder Rennen nicht hinkommen. Das Problem ist: Nach Unfällen ist es oft kurz laut, dann passiert nichts. Wir Athleten müssen jetzt zusammenarbeiten." Nachsatz: "Ich bin bei Trainingsfahrten oft auch zu blauäugig. Es gibt Kurven, wo du weißt, wenn du da rausfährst, dann geht es sich nicht aus."
138 km/h war der Top-Speed bei den Abfahrtstrainings in Chile. "Im unteren Teil der Strecke ist ein Graben, wenn du da mit 120 km/h reinschießt, ist es auch fertig. Du hast überall maximal zehn Meter, dann gibt es keine präparierte Piste mehr", sagt Hemetsberger.
"Ich will niemanden Vorwürfe machen. Ich will nur aufzeigen, dass man es besser machen kann", stellt der Oberösterreicher klar.
Hemetsberger warnt davor, dass das Skifahren zu teuer ist. "Wenn ich die Preise höre, dann stimme ich zu, dass es ein Luxussport geworden ist." Nachsatz: "Das ist schade, weil dieser Sport zu unserer DNA gehört. Es geht ein Kulturgut und ein Stück Österreich verloren, wenn sich die Leute das Skifahren nicht mehr leisten können. Bei meinen Kollegen daheim ist das so. Da blutet mir das Herz."
Sein Vorschlag: "Skifahren gehört gefördert – vor allem für die Jungen. Du bewegst dich an der frischen Luft, das ist wichtig."