Lisa Hauser hängt das Gewehr an den Nagel. Das hat die 32-Jährige am Mittwochabend im Rahmen des Weltcupfinals in Oslo offiziell bekannt gegeben. Die Tirolerin werde nach den letzten Saisonrennen aufhören – eine große Überraschung im ÖSV. Bis zuletzt war spekuliert worden, dass Hauser noch die Heim-Weltmeisterschaft 2028 in Hochfilzen bestreiten wolle.
"Es war eine sehr schwierige Entscheidung, ich habe sehr lange Leistungssport gemacht. Jetzt ist es Zeit, das Kapitel zu beenden", erklärte Hauser im "ORF". Die Entscheidung, plötzlich aufzuhören, sei in den letzten Wochen und Monaten gereift, so die Tirolerin. "Es haben sich die Prioritäten im Leben verschoben, das Private wird wichtiger. Spitzensport war so lange mein Leben, ich habe es extrem gerne gemacht. Irgendwann hat man nicht mehr die Energie, hundertprozentig die Kraft aufzuwenden, die nötig ist, um vorne mitzulaufen", so die Top-Biathletin.
Hauser hatte immer wieder ihre eigenen Wege abseits des ÖSV gesucht, trainierte zuletzt auch nicht mehr im Team des Skiverbands, setzte auf eigene Coaches. Das zehrte aber an den Nerven. "Ich brauche brutal viel Energie, dann schläft man nicht mehr gut. Es fordert mental und körperlich sehr viel, und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dem Körper Ruhe zu gönnen. Es ist ein sehr individueller Sport, und ich habe schon oft auf mich selber geschaut, wie ich mich am besten weiterentwickeln kann. Ich würde alles genau so wieder machen", erklärte Hauser.
Die Tirolerin blickt auf 13 Jahre im Weltcup zurück, hatte als 18-Jährige in Hochfilzen ihr Weltcupdebüt gegeben. Sie feierte sechs Weltcupsiege und holte 2021 WM-Gold im Massenstart. Den letzten Weltcuperfolg hatte Hauser zu Beginn der Saison gefeiert, in der Verfolgung von Östersund gewonnen und damit das Kunststück geschafft, in allen Disziplinen zumindest ein Rennen für sich zu entscheiden. "Die letzten Wochen waren eine Gefühlsachterbahn. Man denkt an die schönen, lustigen Momente zurück. Wir haben unseren Traum gelebt. In der Weltspitze mitzumischen, das ist nicht jeder Athletin vergönnt", so Hauser.