Die Debatte um offene Geschäfte am Sonntag nimmt in Wien wieder Fahrt auf. Anlass ist eine aktuelle Umfrage der "Kronen Zeitung", laut der sich 61 Prozent der Wiener für eine freiwillige Sonntagsöffnung aussprechen.
Für den Wiener ÖVP-Chef Markus Figl ist das ein klares Signal an die Stadtregierung. "SPÖ und Neos dürfen diese deutliche Mehrheit nicht länger ignorieren und den Wirtschaftsstandort Wien nicht länger schwächen", so Figl in einer Aussendung.
Besonders auffällig sei laut ÖVP, dass die Zustimmung quer durch fast alle Altersgruppen und politischen Lager gehe. Figl spricht von einem Wunsch nach "pragmatischen Lösungen für eine moderne Millionenstadt und internationale Tourismusmetropole".
Die Wiener Volkspartei fordert deshalb weiterhin eine Sonntagsöffnung in bestimmten Tourismuszonen - gemeinsam mit den Sozialpartnern. In vielen europäischen Städten sei das längst Alltag. Wien verliere dagegen Kaufkraft und Chancen im Tourismus, argumentiert die Partei.
Kritik gibt es auch am Umgang der Stadtregierung mit dem Eurovision Song Contest. Laut Figl wäre der ESC die ideale Gelegenheit gewesen, ein Modell mit geöffneten Geschäften in klar definierten Tourismuszonen zu testen. "Stattdessen blieb es bei Ankündigungen und Ausreden", sagt der ÖVP-Chef.
Die Partei betont dabei, dass es nicht um einen Zwang gehe. Unternehmer, Arbeitnehmer und Kunden sollten selbst entscheiden können. "Wirtschaftliche Belebung und Sonntagsschutz schließen einander nicht aus", so Figl.
Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) erteilte der Sonntagsöffnung jüngst bei seiner Rede am 1. Mai eine Abfuhr.