Brigitte hat seltene Krankheit

"Ohne Blutspende würde ich in wenigen Wochen sterben"

Ohne regelmäßige Blutkonserven könnte Brigitte Brunner nicht überleben. Die Oberösterreicherin (47) ist seit ihrer Geburt auf Spenden angewiesen.
Lea Strauch
03.06.2026, 03:00
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Alle vier Wochen hängt für Brigitte Brunner aus St. Konrad (Bez. Gmunden) alles an zwei Blutkonserven. Für andere ist das Spenden ein kurzer Termin, für die Betroffene ist es überlebenswichtig. "Es ist nur ein kleiner Stich. Und es bedeutet so viel. Es bedeutet Leben", sagt sie.

"Würde innerhalb weniger Wochen sterben"

Schon kurz nach ihrer Geburt war klar: Etwas stimmt nicht. Gegenüber "Heute" erklärt Brunner ihre seltene Krankheit so: "Bei einem gesunden Menschen produziert das Knochenmark immer wieder rote Blutkörperchen. Bei mir ist es so, dass sie nur absterben, aber nicht mehr nachproduziert werden."

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Ihre Diagnose: Diamond-Blackfan-Anämie. Österreichweit sind davon nur zehn Menschen betroffen. "Wenn ich kein Blut mehr bekomme, würde ich innerhalb von wenigen Wochen sterben", sagt Brunner. Nach einer Transfusion könne sie wieder aufatmen: "In den ersten vier Stunden merke ich das sofort. Ich lebe wieder."

Dann sei es möglich, aktiv zu sein, wandern zu gehen, das Leben fast wie ein gesunder Mensch zu leben. Doch dieser Zustand hält nur rund zwei Wochen – dann beginnt der Körper wieder abzubauen: "Die dritte Woche ist schon beschwerlich. Die vierte Woche, da geht gar nichts mehr", schildert Brunner.

Blut spenden rettet Leben

Die Blutzentrale OÖ in Linz sichert seit mehr als 60 Jahren die Blutversorgung im Bundesland. Jährlich werden dort rund 60.000 Blutkonserven hergestellt. Pro Tag werden rund 200 Blutkonserven benötigt – gerade im Sommer wird das zur Herausforderung, weil viele Menschen auf Urlaub sind oder wegen der Hitze weniger spenden.

Einen Termin kannst du dir ganz einfach online oder über die App "Mein Blut" sichern.

"Stille Lebensretter"

"Ich kann nicht einmal ein Stockwerk zu Fuß raufgehen, brauche fast einen Lift oder muss zehnmal stehen bleiben und durchschnaufen." Hat sie dann wieder ihre beiden Blutkonserven erhalten, "habe ich auch wieder mein Lebenselixier". Mit ihrer Geschichte will das OÖ. Rote Kreuz rund um den Weltblutspendetag am 14. Juni aufrütteln.

"Blutspender sind die stillen Lebensretter", betont Günter Mayr, Vizepräsident des OÖ. Roten Kreuzes. Viele Menschen würden oft erst dann an Blutkonserven denken, wenn sie selbst oder Angehörige darauf angewiesen seien. Genau deshalb soll die Kampagne "Tu's für ..." die Blutspende persönlicher machen und zeigen, dass hinter jeder Konserve ein Mensch und ein Schicksal stehen.

Erstspender werden immer älter

Sorgen macht der Blutzentrale der Blick auf die Spender: "Unsere Babyboomer-Generation mutiert schon langsam Richtung Patienten", sagt die medizinische Direktorin Susanne Süßner. Bereits jetzt gehen 66 Prozent der Blutkonserven an Menschen über 65. Gleichzeitig werden die Erstspender immer älter. Deshalb wirbt das Rote Kreuz verstärkt um junge Menschen, die regelmäßig Blut hergeben.

Gerade gebraucht wurde zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Dienstag unter anderem Blut der Gruppe B negativ. Weil "Heute"-Redakteurin Lea Strauch genau diese Blutgruppe hat, entschied sie sich spontan zum Spenden. Das ganze Prozedere dauerte nicht einmal eine halbe Stunde. Danach gab es zur Stärkung Eis, Getränke und Schokolade.

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