Österreich

Ohne Teilen geht es nicht

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:42

Klaus Gattringer ist Bürgermeister von Altenfelden. Seine Haltung beeindruckt mich. Der Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft in seiner Gemeinde hat ihn geschockt. Nun bemüht er sich nach Kräften um den Wiederaufbau.

Überrascht hat ihn die Erfahrung, angefeindet zu werden, wenn man Gutes tun will. "Nicht vor Flüchtlingen sollen wir Angst haben, sondern vor denen, die Flüchtlingsunterkünfte anzünden", so seine Überzeugung. "Es geht nur mit Teilen, und auch wir sind nur Gäste hier auf Erden." Ans Aufgeben denke er nicht, sagt der Vater von drei Töchtern. Diese würden ihm das auch nicht verzeihen, meint er. Die große Politik muss sich mit den großen Ausmaßen der Flüchtlingsströme befassen und versuchen sie einzudämmen. Das ist schwierig genug. Und dringend notwendig. Aber ebenso dringend notwendig sind Menschen, die einfach und direkt Menschen in Not helfen.

Und die es tun, weil sie nicht sagen: Das geht mich nichts an! Sie erleben dabei, dass Teilen und Helfen einem selber gut tun und das Leben reicher machen. Klaus Gattringer gehört zu diesen Menschen. Sie sind Gott sei Dank zahlreich. Unser Land braucht sie! Es braucht Menschen, die hier helfen. Mindestens so dringend ist die Hilfe dort, wo die Flüchtlingsströme entstehen. Wer sie eindämmen will, muss alles tun, dass dort die Not beendet wird. Und das geht nur, wenn wir mehr zu teilen bereit sind. Denn nur dann können Menschen ohne Not in ihrer Heimat bleiben. Eines ist sicher: Ohne Teilen wird es nicht gehen. Weder bei uns, noch dort.

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