Young-Boys-Spieler Edimilson Fernandes brannten die Sicherungen durch – er sah die Rote Karte und ließ seinen Trainer Giorgio Contini ungläubig auf die Bank sacken.
Was war passiert? Nachdem Cibelli nach VAR-Konsultation auf Strafstoß für den FC Basel entscheidet, schnappt sich Young-Boys-Tormann Marvin Keller den Ball, weil er wohl Psychospielchen mit Penaltyschützen Shaqiri treiben will. FCB-Profi Dominik Schmid durchschaut dies und reißt Keller den Ball aus den Händen. Dann eilt Edimilson Fernandes dem Tormann zur Hilfe und ohrfeigt Schmid nach dessen „Ballklau“ an Keller.
Der geohrfeigte Dominik Schmid sagte nach der Partie gegenüber "20 Minuten": „Ich wollte, dass er Shaq in Ruhe lässt. Er hat mich im Gesicht getroffen. Emotionen gehören dazu, aber man muss sie im Griff haben.“ Selbst YB-Trainer Contini blies ins selbe Horn, meinte: „Unnötig. So etwas darf ihm nicht passieren.“
Fernandes' Teamkollegen schienen die Szene nicht genau gesehen zu haben. Young-Boys-Verteidiger Loris Benito sagte nach Spielschluss: „Wenn es eine Ohrfeige war, muss man schon sagen, dass Edi das eigentlich nicht passieren darf. Aber ich habe es nicht genau gesehen.“
Auch gegenüber "SRF" sprach der Berner Kapitän über den Totalausfall seines Teamkollegen: "In einer solchen Situation, in der es einen Elfmeter gibt, will ich niemandem die Schuld in die Schuhe schieben. Edi ist alt und reif genug, um zu wissen, dass man in solchen Situationen eher entfernt bleiben sollte. Es kann sich sowieso nichts mehr ändern, der Strafstoß ist ja schon gepfiffen worden. Es ist absolut frustrierend."
Besonders unangenehm: Der Aussetzer passt eigentlich nicht zum Auftritt von Fernandes, der bis dahin ein sehr gutes Spiel zeigte und einer der besten YB-Akteure war. Außerdem ist Fernandes nicht bekannt dafür, dass er schnell die Nerven verliert. Vor der Ohrfeige gegen Schmid erhielt der ehemalige Nationalspieler noch nie eine direkte Rote Karte.