Nach der Explosion eines Sprengsatzes vor einem Wohnhaus in Monaco laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Staatsanwaltschaft des Fürstentums geht von einem versuchten Mord aus. Hinweise auf einen Terroranschlag gebe es nicht, sagte Staatsanwalt Stéphane Thibault am Dienstag.
Zur Identität der drei Opfer machte die Justiz keine Angaben. Mehreren Quellen zufolge handelt es sich um den aus der Ukraine stammenden Geschäftsmann Wadym Jermolajew, der später die Staatsbürgerschaft Zyperns angenommen hat, seine Ehefrau sowie den 13-jährigen Sohn des Paares.
Die beiden Erwachsenen wurden bei der Explosion schwer verletzt. Laut Staatsanwalt schwebt die Frau weiterhin in Lebensgefahr, der Mann hingegen nicht mehr. Der 13-Jährige musste in der Nacht operiert werden. Nach Informationen der französischen Zeitung Nice-Matin mussten der Frau Teile ihrer Beine amputiert werden.
An den Ermittlungen beteiligen sich auch französische Sicherheitskräfte. Nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus. Dieser soll ein Paket im Eingangsbereich des Wohnhauses abgelegt haben. Kurz nachdem die drei Bewohner an der Tür erschienen waren, detonierte der Sprengsatz.
Neben den drei Bewohnern wurden laut Staatsanwaltschaft zwei weitere Menschen verletzt. Sie erlitten Splitterverletzungen durch berstende Schaufensterscheiben.
Der schwer verletzte Mann lebt nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit mindestens 2021 in Monaco. Zudem erklärte Staatsanwalt Stéphane Thibault, der Mann werde von keiner ausländischen Behörde gesucht.