Der Wirbel um Frankreichs Biathlon-Star Julia Simon ist auch Monate nach dem Urteil nicht vorbei. Nachdem die Olympiasiegerin im Herbst 2025 wegen des Diebstahls der Kreditkarte ihrer Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet verurteilt worden war, meldet sich das Opfer nun erstmals ausführlich zu Wort – und spart nicht mit Kritik.
Im Gespräch mit der französischen Sportzeitung L'Équipe erklärt Braisaz-Bouchet, warum sie so lange geschwiegen hat. "Ich war drei Jahre lang ruhig, habe nichts gesagt. Ich habe mir immer wieder eingeredet, dass die Wahrheit herauskommen würde. Aber als die Justiz ihr Urteil gesprochen hat, habe ich realisiert, dass es nichts geändert hat", sagt die Olympiasiegerin.
Besonders verärgert zeigt sich die 29-Jährige über die Folgen für Simon – und den Umgang des Verbands mit der Thematik. Sie wurde vom Verband mit einer sechsmonatigen Sperre belegt – fünf davon waren allerdings auf Bewährung.
Für Braisaz-Bouchet ein schwer nachvollziehbarer Umgang mit dem Fall. "Normalerweise gibt es keine Handlungen ohne Konsequenzen. Man kann sich nicht rücksichtslos verhalten. Für mich ist das unmöglich. Das ist das Gefühl, das ich hatte", so die klare Ansage.
Deswegen zieht die Französin jetzt persönliche Konsequenzen – und bereitet sich nicht mehr mit dem Verband auf die neue Saison vor. Braisaz-Bouchet verzichtet bewusst auf gemeinsame Trainingslager und spricht von einer "dysfunktionalen Gruppe". Während sich Simon mit der Nationalmannschaft auf den kommenden Weltcup-Winter vorbereitet, arbeitet die Bestohlene derzeit allein an ihrer Form.