Die Wahl des neuen FIS-Präsidenten entwickelte sich am Donnerstag zu einem echten Krimi. Am Ende setzte sich der Liechtensteiner Alexander Ospelt hauchdünn mit 65:64 Stimmen gegen Amtsinhaber Johan Eliasch durch. Einer, der über das Ergebnis besonders erleichtert war, ist Ex-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.
Der langjährige österreichische Ski-Boss sparte nach der Entscheidung nicht mit Kritik am abgewählten FIS-Chef. "Ich bin froh, dass es so gekommen ist. Der hätte uns den Skisport ruiniert", sagte der 85-Jährige gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".
Dabei begann die Beziehung zwischen Schröcksnadel und dem britisch-schwedischen Unternehmer einst durchaus freundschaftlich. Doch schon bald habe sich gezeigt, dass Eliasch und er unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft des Skisports hätten.
Schröcksnadel wirft dem ehemaligen FIS-Präsidenten unter anderem mangelndes Verständnis für Traditionen, eine zu starke Zentralisierung der Vermarktung sowie Defizite im demokratischen Umgang innerhalb des Verbandes vor.
Besonders kritisch sieht der Tiroler auch die enge Verbindung Eliaschs zum Skihersteller Head. "Zu Beginn seiner Amtszeit versprach er mir, dass er bei Head aussteigt", erinnerte sich Schröcksnadel.
Dass die Wahl letztlich denkbar knapp ausfiel, überrascht ihn nicht. "Head rüstet viele Nationen aus, Eliasch hatte dadurch natürlich zahlreiche Kontakte zu den Verbänden", meinte der frühere ÖSV-Präsident.
Auch das Verhältnis zum Internationalen Olympischen Komitee soll unter Eliasch gelitten haben. Schröcksnadel kritisierte dessen Umgang mit dem IOC scharf und verwies auf öffentliche Auseinandersetzungen sowie angedrohte Klagen.
Vom neuen FIS-Präsidenten Alexander Ospelt erwartet sich der Tiroler nun vor allem Stabilität. "Er muss den Verband wieder in ruhiges Fahrwasser führen. Dann ergeben sich viele Dinge von selbst. Der Skisport braucht wieder Ruhe", so Schröcksnadel.