Obwohl die Angestellte Alexandra L. (54) für ihren Familiensitz in Deutsch-Wagram (NÖ) immer pünktlich die ORF-Gebühr bezahlte, wurde ihr kürzlich zu Unrecht das Gehalt gepfändet, wir berichteten.
Das ORF-Beitrags-Service (OBS) räumte den Fehler, das Inkasso-Büro bat die Betroffene persönlich um Entschuldigung. Dennoch wurde ihr jetzt das Gehalt gepfändet.
Das ORF-Gebührenservice (OBS) trieb über ein Inkasso-Büro 1.070,85 Euro ein, die ein ganz anderer Kunde mit anderer Nummer nicht eingezahlt hatte. "Weder der ORF noch das zuständige Gericht prüfte die Rechtmäßigkeit der Exekution offenbar", ist die Betroffene bitterböse. Nur dank "Heute"-Recherchen ließ sich die peinliche "technische Panne" bei den Daten des Inkasso-Büros rasch aufklären – eine persönliche Entschuldigung einer Anwaltskanzlei folgte.
Ein Antrag auf Einstellung der Exekution wurde noch am 27.7. um 14.04 Uhr ans zuständige Bezirksgericht übermittelt. Dennoch kam mit der aktuellen Gehaltsabrechnung der Schock: "Ich wurde trotzdem exekutiert", berichtet die 54-Jährige völlig fassungslos. Warum die Gehaltspfändung trotz des Rückzieher-Antrags nicht mehr verhindert werden konnte, erklärt das Bezirksgericht auf "Heute"-Anfrage mit dem engen Zeitfenster.
Drei Tage seien "für den gesamten Vorgang sehr knapp", möglicherweise auch wegen der dünneren Sommerbesetzung in den Kanzleien. Für die Niederösterreicherin bedeutet das nun den nächsten Ärger. Die zu Unrecht gepfändeten 1.070,85 Euro sind vorerst weg, bis die Rückabwicklung offiziell behördlich abgeschlossen ist. Wie lange sie auf ihr Geld warten muss, ist derzeit noch offen. "Wir schauen seit Jahren den ORF nicht mehr – und dann passiert uns so etwas", so die Betroffene.