Böses Erwachen

Paar will Wohnung am Meer kaufen und erlebt Katastrophe

Ein Ehepaar aus der Steiermark wollte sich den Traum von einer Wohnung in Grado erfüllen. Doch der Kauf wurde für die Österreicher zum Desaster.
André Wilding
07.07.2026, 11:30
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Eine eigene Ferienwohnung an der Adria - für ein Ehepaar aus der Steiermark schien dieser Wunsch bereits zum Greifen nah. Im Internet fanden die beiden laut "Kleine Zeitung" eine Wohnung in Grado und unterzeichneten nach mehreren Besichtigungen ein Kaufangebot über rund 220.000 Euro.

Wenige Tage später teilte das italienische Maklerbüro mit, dass der Verkäufer das Angebot angenommen habe. Nun sollten zehn Prozent des Kaufpreises direkt an den Verkäufer überwiesen werden. Auch die Maklerprovision wurde bereits in Rechnung gestellt. Der restliche Kaufpreis sollte laut Kaufangebot am Tag der notariellen Vertragsunterzeichnung ebenfalls direkt an den Verkäufer fließen.

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Ehepaar wird stutzig

Diese Vorgangsweise machte das Ehepaar stutzig. "Denn in Österreich ist es üblich, dass der Kaufpreis zwingend auf ein Treuhandkonto des Vertragserrichters, also dem Anwalt oder Notar, überwiesen wird, der dafür haftet, dass der Kaufpreis nicht an den Verkäufer ausbezahlt wird, bevor das Eigentumsrecht entsprechend dem Kaufvertrag für den Käufer im Grundbuch ist", erklärt der Klagenfurter Rechtsanwalt Stefan Kathollnig der "Kleinen Zeitung".

Nach seinen Angaben ist die Rechtslage in Italien allerdings anders. "Tatsächlich ist das Kaufgeschäft auch in Italien mit Annahme des Angebotes durch den Verkäufer verbindlich zustande gekommen. Das Angebot sieht aber die Zahlung eines sogenannten Angeldes, italienisch Caparra, direkt an den Verkäufer vor. Diese Vorgehensweise ist in Italien durchwegs zulässig und auch in vielen standarisierten Kaufangeboten so vorgesehen", stellt der Anwalt in der Tageszeitung klar.

Kaufvertrag überprüft

Durch die Intervention des Anwalts landeten sowohl die Anzahlung als auch der restliche Kaufpreis schließlich auf einem Treuhandkonto. "Mit dem Auftrag an den Treuhänder, das Geld erst nach entsprechender Durchführung des Kaufvertrages im Grundbuch an den Verkäufer auszubezahlen", so Kathollnig zur "Kleinen Zeitung".

Anschließend ließ das Ehepaar den gesamten Kaufvertrag von der auf italienisches Recht spezialisierten Klagenfurter Kanzlei "Maggi Kathollnig RechtsanwaltsGmbH - Studio Legale" überprüfen. Dabei stießen die Anwälte nach eigenen Angaben auf mehrere Probleme, heißt es im Bericht weiter.

"Es stellte sich heraus, dass nicht genehmigte Umbauten vorlagen, welche erhebliche rechtliche Probleme mit sich bringen können, wie Verwaltungsstrafen, Einschränkungen der Vermietbarkeit oder Wertminderung. Weiters konnten wir auch beträchtliche Betriebskostenrückstände bei der Hausverwaltung erheben, für die das Ehepaar im Falle des Eigentumserwerbs gemäß italienischem Recht haften würde", erklären die Anwälte in der "Kleinen Zeitung".

400 statt 150 Euro im Monat

Hinzu kamen laut Kathollnig Missverständnisse bei den laufenden Kosten. Wegen der Sprachbarriere seien die Käufer davon ausgegangen, dass mit Ausnahme des Stroms bereits alle Betriebskosten enthalten seien. Tatsächlich wären unter anderem noch Kosten für Gas, die Zweitwohnsitzabgabe und weitere Positionen dazugekommen. Statt der erwarteten rund 150 Euro hätten die monatlichen Kosten laut Anwalt mehr als 400 Euro betragen.

Nach diesen Erkenntnissen entschied sich das Ehepaar gegen den Kauf. "Wir konnten erreichen, dass das Kaufgeschäft noch rechtzeitig aufgehoben wurde und dass das schon bezahlte Angeld vom Treuhänder rücküberwiesen wurde", sagt Kathollnig gegenüber der Tageszeitung.

Ohne die rechtliche Prüfung wären die Probleme laut dem Anwalt womöglich erst nach der Grundbuchseintragung und der Auszahlung des Kaufpreises aufgefallen. "Allfällige Ansprüche auf Preisminderung, Vertragsrückabwicklung und so hätten die Käufer dann nur mehr in einem zeit- und kostenintensiven Zivilprozess in Italien geltend machen können, dies alles bei ungewissem Ausgang", wird der Rechtsanwalt in der Tageszeitung zitiert.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 07.07.2026, 11:30
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