Österreich hat es geschafft: Ein 1:1 gegen Bosnien-Herzegowina reichte, um erstmals seit 1998 wieder zur Fußball-WM zu fahren. Joker Michael Gregoritsch traf spät und machte die rot-weiß-rote Jubelnacht perfekt.
Im Pressebereich des Ernst-Happel-Stadions stahlen Rainer Pariasek und Comedian Peter Klien nach dem Spiel so manchem Spieler die Show. Für "Gute Nacht Österreich" nahm Klien den 61-jährigen ORF-Mann humorvoll ins Kreuzverhör. "Haben Sie sich schon für die Weltmeisterschaft qualifizieren können?", eröffnete Klien. Pariasek konterte trocken: "Ja, zum zweiten Mal, wenn ich genau bin. Nach 1998, da war ich auch schon dabei."
Der 55-Jährige hakte nach: "Das heißt, Sie werden nächstes Jahr fix am Start sein?"
Pariasek – der zuletzt im ORF immer seltener vor der Kamera stand – antwortete vorsichtig: "Naja, wer weiß, fix. Das bestimmen ja andere. Aber ich sage einmal: Ich habe leise Hoffnung."
Klien verabschiedete sich mit einem Seitenhieb: "Wir drücken die Daumen. Wir sind für Österreich – und für Rainer Pariasek." Der ORF-Moderator lachte laut: "Dankeschön – machst eine Unterschriftenliste?"
Der Schlagabtausch kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Denn Pariasek stand nicht in der Gunst des mittlerweile abgesetzten ORF-Sportchefs Hannes Aigelsreiter. Der 61-Jährige verscherzte es sich mit diesem spätestens in einer internen Sitzung, als er sein Mikrofon nicht stummschaltete und hörbar genervt meinte: „Oida, du bist so ein Schwafler.”
Die Folgen waren spürbar: Pariaseks TV-Präsenz ging deutlich zurück, vor allem bei prestigeträchtigen Live-Events. Aigelsreiter hatte versucht, die Übertragungen im ORF "jünger und weiblicher" zu besetzen – ältere Moderatoren wie Pariasek standen plötzlich hinten an.
Seit der Absetzung des Sport-Bosses Ende Oktober scheint Pariasek jedoch langsam wieder aufzutauen. Er durfte das ÖFB-Spiel in Zypern und das entscheidende Duell gegen Bosnien moderieren. Zudem war er beim Weltcup-Auftakt in Sölden im Einsatz. Ob es für die WM reicht, bleibt abzuwarten.