Abzocke – Mann erhält nach zwei Jahren Strafe aus Kroatien

Ein Oberösterreicher erhielt dubiose Post aus Slowenien. Er soll ein Parkvergehen in Kroatien begangen haben – zahlen wird der Pensionist aber nicht. 

"Heute"-Leser Viktor (68) bekam Anfang November ganz unerwartet einen dicken Brief aus Slowenien. Der Inhalt: Eine Zahlungsaufforderung samt Erlagschein in Höhe von 184,23 Euro. Der Oberösterreicher soll den Unterlagen zufolge im Jahr 2020 an einer Tankstelle im kroatischen Šibenik gehalten haben, ohne die Parkgebühren entrichtet zu haben. Der Pensionist wehrt sich nun gegen die skrupellosen Machenschaften.

Pensionist pfeift auf "Tischler-Briefe"

"Heute"-Leser Viktor genießt oft und gerne seine freie Zeit im Urlaubs-Hotspot Kroatien. So auch im September 2020, als er an die bei Österreichern so beliebte Adriaküste fuhr. Zwei Jahre später erinnert sich der 68-Jährige nur dunkel daran, wo er wann zum "Boxen-Stopp" ansetzte. 

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Beim Anblick des erhaltenen Schreibens wurde Viktor schnell stutzig: "Dass ich von einer slowenischen Rechtsanwaltskanzlei für ein angebliches Vergehen in Kroatien zum Zahlen aufgefordert werde, können die jemandem anderen erzählen, aber nicht mir!", so der Oberösterreicher im Gespräch mit "Heute".

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Vermeintliches Beweisbild – "Auf Auto war kein Strafzettel!"

Die Schreiben von vermeintlichen Rechtsvergehen in Kroatien werden auch "Tischler-Briefe" genannt. Grund dafür ist, dass es sich bei dem Absender immer um den Anwalt "Mirko Silvo Tischler" handelt. Dieser fordert die Empfänger zu einer Zahlung von rund 200 Euro auf. Zum Anwaltsschreiben sind auch Fotos des Fahrzeugs samt Strafzettel auf der Windschutzscheibe beigelegt. Ein "europäisch" angehauchtes Logo soll dem Schreiben letztendlich Glaubwürdigkeit verleihen.

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Einen Strafzettel fand Viktor aber gar nicht erst auf seinem Pkw vor: "Ich war nur kurz am WC und als ich zu meinem Auto zurückkam, gab es keinen Strafzettel am Fahrzeug. Die machen einfach zwei Fotos mit dem Strafzettel und nehmen das Zetterl wieder ab!", ist sich der 68-jährige Oberösterreicher sicher.

Über 20.000 "Tischler-Briefe"

Laut ÖAMTC-Infos wurden bisher über 20.000 solcher Briefe nach Deutschland und Österreich verschickt. Das Schreiben komplett zu ignorieren soll jedoch nicht die beste Idee sein. "Wenn also nicht grundsätzlich widersprochen werden kann dann könnte die pragmatische Lösung sein, dass an Tischler zurückgeschrieben wird und nach einer kulanten Lösung gefragt wird. Sehr oft beendet Tischler dann die Sache, allerdings grundsätzlich nur bei pünktlicher Zahlung.", rät eine ÖAMTC-Juristin. 

Dass die "Tischer-Schreiben" erst zwei Jahre nach dem Vorfall kommen, sei außerdem nicht ungewöhnlich oder rechtlich relevant. Ob Viktor nun versuchen wird, dem kroatischen Anwalt zu widersprechen, ist nicht bekannt. Bei einer Sache ist sich der Oberösterreicher jedoch sicher: Zahlen wird er das Geld auf gar keinen Fall.

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