Schmerzen, unschöne Ergebnisse und verlorenes Geld – missglückte Schönheitsoperationen kommen immer wieder vor. Fachärzte sollen die Folgen beheben, doch der Weg dorthin ist oft mühsam. "Das erleben wir sehr häufig", sagt Harald Beck, Facharzt für plastische Chirurgie, und warnt eindringlich vor illegalen Beauty-Kliniken und den Risiken für Patientinnen und Patienten.
Meist handelt es sich um kleinere Probleme, die korrigiert werden müssen. "Die Patienten kommen oft mit Knotenbildungen oder unschönen Ergebnissen", erzählt der Facharzt. Doch auch extreme Fälle erlebt er: Eine Frau kam wegen Komplikationen zu ihm, nachdem sie sich für rund 8.000 Euro Hyaluronsäure in Brust und Gesäß spritzen ließ. "Sie hatte starke Schmerzen, und das Ergebnis war unförmig. Wir konnten dann weitgehend auflösen, was möglich war", berichtet Beck.
Die ursprüngliche Behandlung dürfte völlig illegal gewesen sein. "Das war kein Arzt und die Patientin hat erzählt, dass das in irgendeiner Wohnung stattgefunden hätte", so Beck.
Der Experte warnt eindringlich vor Fake-Ärzte aus dem Ausland. Meistens mieten sie Airbnbs, werben über Instagram und verschwinden nach riskanten Eingriffen spurlos. "Diese Personen sind keine Ärzte, haben keine fixe Adresse, behandeln ein paar Kunden in einer Wohnung und sind dann wieder weg", erzählt Beck.
Professionell gestaltete Social Media Accounts und viele Vorher-Nachher-Bilder von vermeintlich erfolgreichen Behandlungen suggerieren Seriosität und Vertrauen. Auch der Preis für die Behandlungen ist meistens nicht viel günstiger, als bei professionellen Ärzten. "Bei denen kosten die Behandlungen vielleicht zwei Drittel des Preises, den sie bei mir bezahlen würden", so Beck. Seit 2010 ist er als Facharzt tätig; 2017 hat er ein Ästethikzentrum im 1. Bezirk eröffnet.