Die peruanische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet, nachdem Hunderte Landsleute offenbar mit falschen Versprechungen nach Russland gelockt und dort zum Kriegsdienst gezwungen wurden. Eine auf Menschenhandel spezialisierte Einheit hat die Untersuchungen übernommen.
Seit Oktober 2025 sind laut Medienberichten rund 600 Peruaner nach Russland gereist. Anwalt Percy Salinas, der mehrere Betroffene vertritt, sprach im Sender Canal N von mindestens 13 Todesopfern. Sein Kollege Marcelo Tataje berichtet von 135 Vermisstenanzeigen und weiteren 250 möglichen Vermisstenfällen.
Wie n-tv.de unter Berufung auf peruanische Medien berichtet, wurden die Betroffenen mit Jobangeboten als Wachleute, Köche, Ingenieure oder Taxifahrer gelockt. Versprochen wurden Gehälter zwischen 2200 und 3400 Euro monatlich sowie ein Willkommensbonus von 17.000 Euro.
In Russland angekommen, wurden den Männern laut einem Bericht der peruanischen Zeitung "La Republica" die Pässe abgenommen. Nach einer kurzen Militärausbildung schickte man sie direkt an die Front. Das versprochene Geld sahen die meisten nie.
Einem Peruaner gelang es offenbar, die Front zu verlassen und das Konsulat in Moskau aufzusuchen. Dort wurde ihm lediglich geraten, in seine Einheit zurückzukehren und seinen Pass zurückzuverlangen. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.
Laut Anwalt Salinas harrt eine Gruppe von 13 Peruanern derzeit in einem Schutzengraben unter Dauerbeschuss aus und bittet um Evakuierung. Insgesamt baten die Familien von 130 Betroffenen das Außenministerium in Lima um Hilfe.
Peru bestellte daraufhin den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein und forderte Auskunft. Die russische Botschaft erklärte, man respektiere die Entscheidung ausländischer Bürger, "sich an der Verteidigung der Souveränität" Russlands zu beteiligen.