Im Betrugsfall rund um die Fördergemeinschaft "Mühlviertler Kernland" hat die Staatsanwaltschaft Linz jetzt Anklage gegen eine frühere Geschäftsführerin erhoben. Über Jahre sollen dabei hunderte Tausend Euro verschwunden sein - offenbar für einen privaten Luxus-Lebensstil, das schreibt der ORF.
Eigentlich sollen sogenannte LEADER-Vereine regionale Projekte fördern, Ortskerne beleben und Kulturinitiativen unterstützen. Im Mühlviertel dürfte das Geld laut Ermittlern aber über Jahre ganz woanders gelandet sein.
Laut Staatsanwaltschaft soll sich die damalige Geschäftsführerin ab 2016 immer wieder Geld des Vereins genommen haben. Zunächst seien kleinere Beträge mit der Bankomatkarte des Vereins behoben worden, zuerst 100 Euro, später 1.000 Euro. Über die Jahre sollen sich die fehlenden Summen schließlich auf rund 400.000 Euro erhöht haben – es gilt die Unschuldsvermutung.
Aufgedeckt wurde der Fall erst, nachdem bei einem geförderten Projekt Unregelmäßigkeiten auffielen. "Da wurde ein Eigenprojekt des Vereins untersucht, mit dem Ergebnis, dass besonders hohe Barzahlungen und dem gegenüber eine mangelnde Dokumentation der Leistungen aufgefallen sind", erklärt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz, Ulrike Breiteneder laut ORF.
In der Folge habe der Verein selbst weiter nachgeforscht. Laut Ermittlern dürfte die Frau versucht haben, die finanziellen Löcher mit weiteren Straftaten zu stopfen. So soll sie bei bereits bewilligten Projekten Rechnungen gefälscht haben, um Fördergelder zu kassieren. Später sollen auch Banken mit frei erfundenen Projekten getäuscht worden sein, um Kredite zu erhalten.
"Es sieht danach aus, dass zum Beispiel Pferde und Tierarztrechnungen finanziert wurden, aber auch kostspielige Aufenthalte in Hotels etc.", so Breiteneder im ORF.
Die Beschuldigte habe inzwischen pauschal 150.000 Euro zurücküberwiesen. Laut Staatsanwaltschaft sei aber unklar, welche Schäden damit konkret ersetzt werden sollten.
Besonders brisant: Jahrelang dürfte niemand Verdacht geschöpft haben. Laut Ermittlungen sollen sogar mehr als 100.000 Euro an Fördergeldern erschlichen worden sein.
Am Ende dürfte nun der Verein selbst auf einem Teil des Schadens sitzen bleiben. Das Land hat bereits alle mitfinanzierten Projekte rückabgewickelt und Förderungen zurückgefordert.