Nur einen Tag nach der schrecklichen Amoktat im BORG Dreierschützengasse mit zehn Opfern startete eine 33-Jährige aus dem Bezirk Leibnitz einen Spendenaufruf auf der Plattform GoFundMe. Unter dem Titel "Amoklauf Graz - Hilfe für Hinterbliebene und Betroffene" rief sie zu Unterstützung auf.
Was wie eine gute Tat wirkte, könnte sich nun als schwerer Betrug entpuppen. Laut Anklage wurden zwischen 11. Juni und 19. September insgesamt 38.524 Euro von 623 Personen und Organisationen gespendet, das berichtet die Kleine Zeitung.
Doch nur ein geringer Teil des Geldes soll tatsächlich bei den betroffenen Familien angekommen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau den Großteil der Spenden für ihren eigenen Lebensunterhalt verwendet hat. Auf der Plattform hatte sie noch behauptet, es handle sich um "den einzigen Spendenaufruf, der direkt und nachweislich auf die Hinterbliebenen zurückzuführen ist".
Für die Südsteirerin hat das jetzt Konsequenzen: Sie muss sich im Mai vor Gericht verantworten. "Die Frau ist wegen des Vergehens des schweren gewerbsmäßigen Betruges angeklagt", so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz.
Damit nicht genug: Zusätzlich steht der Verdacht im Raum, dass sie rund 23.500 Euro an Sozialleistungen unrechtmäßig bezogen hat. Konkret geht es um Notstandshilfe und ein Pflegestipendium, die sie sich laut Vorwurf mit einer gefälschten Schulbesuchsbestätigung erschlichen haben soll.