Mitten durch eine Polizei-Sperre, direkt auf einen Bauarbeiter zu – und dann mit Vollgas quer über die Westautobahn: Ein 29-jähriger Deutscher soll sich am 9. Februar eine regelrechte Amokfahrt mit der Polizei geliefert haben. Der Lenker sitzt in U-Haft, gegen ihn wurde bis zuletzt wegen versuchten Mordes ermittelt.
Angefangen hatte alles auf der Welser Autobahn (A25): Wegen Bodenmarkierungsarbeiten war die Autobahn beim Terminal Wels komplett gesperrt, ein Streifenwagen blockierte beide Fahrspuren. Der Lenker soll die Sperre ignoriert haben und rechts am Polizeiauto vorbei direkt in den Baustellenbereich gefahren sein.
Dort sei es beinahe zur Katastrophe gekommen: Der 29-Jährige soll direkt auf einen Bauarbeiter zugerast sein. Der Mann konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten. Laut Zeugenaussagen bemerkte er das Auto überhaupt erst wegen des Folgetonhorns der Polizei.
Danach begann eine wilde Verfolgungsjagd über die Westautobahn Richtung Wien. Laut Polizei ignorierte der Deutsche sämtliche Anhalteversuche, soll Streifenwagen gerammt und andere Polizeiautos von der Fahrbahn gedrängt haben. Erst nach rund 160 Kilometern endete die Flucht im niederösterreichischen Altlengbach – dort klickten schließlich die Handschellen.
Der Beschuldigte verweigerte nach seiner Festnahme die Aussage. Die Ermittlungen wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und vorsätzlicher Gemeingefährdung sind inzwischen abgeschlossen. Wie die "OÖN" berichten, dürfte die Staatsanwaltschaft Wels noch diese Woche Anklage gegen den Mann erheben.
Erst im vergangenen Herbst hatte ein ähnlicher Raser-Prozess in Wels für Aufsehen gesorgt. Damals stand ebenfalls ein Lenker wegen Mordversuchs vor Gericht, nachdem eine Verfolgungsjagd mit mehreren Verletzten geendet hatte. Die Geschworenen sahen am Ende allerdings keinen Mordversuch.