Spektakuläre Szenen am Montagabend auf der Westautobahn: Ein 29-jähriger Lenker aus Deutschland lieferte sich auf der Welser Autobahn und später auf der Westautobahn eine Verfolgungsjagd mit mehreren Polizeistreifen. Erst im Gemeindegebiet von Altlengbach (Bezirk St. Pölten) klickten für den deutschen Audi-Lenker die Handschellen.
Gegen 21.15 Uhr war der Mann am 9. Februar 2026 laut Polizei auf der A25 in Wels unterwegs. Dabei kam der Mann am Bereich der Auffahrt "Terminal Wels" vorbei, wo die Autobahn wegen Bodenmarkierungsarbeiten komplett gesperrt war. Ein Streifenwagen stand dort absichtlich gut sichtbar quer über beide Fahrstreifen. Dennoch soll der 29-Jährige die Sperre ignoriert und rechts am Polizeifahrzeug vorbeigefahren sein.
Die Beamten nahmen sofort die Verfolgung auf und versuchten mehrfach, den Pkw anzuhalten. Laut Polizei missachtete der Lenker sämtliche Anhalteversuche. Im Zuge der Flucht soll der Mann wiederholt versucht haben, Polizeifahrzeuge zu rammen und von der Fahrbahn abzudrängen.
Die wilde Verfolgungsfahrt führte weiter über die A1 in Richtung Wien. Nach 160 Kilometern konnte das Fahrzeug schließlich gegen 22.15 Uhr in Niederösterreich im Gemeindegebiet von Altlengbach gestoppt werden. Der 29-Jährige wurde daraufhin festgenommen, er verweigerte die Aussage.
Wie die "Krone" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Wels berichtet, wird nun auch wegen versuchten Mordes gegen den Deutschen ermittelt. Der "ORF" schreibt von Ermittlungen wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Auch eine vorsätzliche Gemeingefährdung steht im Raum.
Der 29-Jährige soll in einem Baustellenbereich direkt auf einen Bauarbeiter zugefahren sein. Dieser habe sich "nur durch einen Sprung zur Seite retten können", so die Staatsanwaltschaft. Laut Zeugenaussage sei das auch nur gelungen, weil er durch das Folgetonhorn der Einsatzkräfte auf den Pkw aufmerksam wurde.
Über den Beschuldigten wurde am Mittwoch laut "Krone" unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes die Untersuchungshaft beantragt. Diese wurde am Donnerstag bestätigt.
Bei der Verfolgung wurden laut Polizei insgesamt drei Streifenwagen sowie das Fahrzeug des Beschuldigten beschädigt. Der Pkw musste von der Feuerwehr geborgen werden.