Linzer veredelt Naturschätze

"Steinbegeistert" – hier wird Donau-Schotter zu Schmuck

Wo viele nur Steine sehen, sieht Fabian Almesberger kleine Kunstwerke: Der Linzer macht aus Donau-Schotter Schmuck und andere echte Hingucker.
Lea Strauch
20.05.2026, 04:00
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Andere gehen an die Donau zum Baden – Fabian Almesberger sucht dort nach seinem nächsten Schmuckstück. Mit Kübel und geschultem Blick durchstreift der 34-Jährige die Schotterbänke. Was für viele nur Geröll ist, wird bei ihm zu Ketten, Ohrringen, Messergriffen oder kleinen Designstücken.

Früher habe er einfach nur gesammelt – heute erkennt er meistens schon beim Aufheben, was einmal daraus werden soll: "Mittlerweile habe ich für jeden Stein eine Idee", sagt Fabian im Gespräch mit "Heute". In seinem kleinen Geschäft "Donau Stein Design" in der Linzer Hofgasse 7 bleibt praktisch kein Stein auf dem anderen.

Überall funkeln polierte Donausteine, glänzende Anhänger, Ringe und kleine Mitbringsel. In einer großen Kiste liegen rohe Fundstücke direkt vom Flussufer. Der Weg vom unscheinbaren Schotter zum Schmuckstück ist allerdings harte Handarbeit: schneiden, schleifen, bohren, löten.

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Die Leidenschaft wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Seine Mutter gründete das Geschäft vor über 30 Jahren, Fabian war schon als Kind beim Sammeln dabei: "Kinder sind immer voll steinbegeistert, die gehen auch mit offeneren Augen durch die Welt", erzählt er lachend. Dass daraus einmal sein Beruf wird, war aber lange nicht in Stein gemeißelt: "Meine Mutter hatte schon einen anderen Stil, das hat mir eigentlich nicht so zugesprochen."

Der Stein gibt die Form vor

Deswegen machte Fabian einfach sein eigenes Ding: Statt nur klassischen Schmuckstücken begann er, mit Formen und Funktionen zu experimentieren. Aus länglichen Steinen wurden plötzlich Messergriffe, Käsehobel oder Flaschenöffner. "Die Formen vom Stein sind eigentlich schon wie ein perfekter Griff", erklärt der 34-Jährige.

Neben Flaschenöffnern gibt es bei Fabian auch noch anderes Besteck mit Donaustein-Optik.
Andreas Röbl

Besonders stolz ist er auf Sets aus demselben Stein – dafür schneidet er einen einzelnen Fund in mehrere Scheiben und fertigt daraus passende Anhänger, Ohrringe oder Ringe. So sieht man später sogar noch die unterschiedlichen Schichten desselben Donausteins.

Die Natur liefert den Entwurf

Stillstand gibt es für den Linzer ohnehin nicht. Immer wieder tüftelt er an neuen Ideen herum, kombiniert Donausteine mit Messing oder Edelstahl oder graviert Motive mit dem Laser ein. Besonders gut laufen derzeit Ketten mit eingraviertem Donauverlauf – inspiriert von den natürlichen Formen des Flusses selbst.

Zum Schluss des Gesprächs zeigt Fabian noch ein besonderes Stück: eine Kette mit der feinen Gravur eines Libellenflügels. Für ihn steckt genau darin die eigentliche Kunst – Muster und Strukturen zu entdecken, die viele gar nicht wahrnehmen würden. "Die Natur ist eigentlich der beste Künstler", sagt er. Und genau sie liefert ihm auch die Ideen für seine Arbeiten.

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } 20.05.2026, 04:00
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