Gemälde aus Mineralien

Vom Berg ins Bild – diese Kunst ist ein echter Brocken

Ganz schön steinig: Heinz Stockinger baut seine Kunst mit echten Mineralien. Stein für Stein entstehen Bilder, die wortwörtlich schwer beeindrucken.
Lea Strauch
08.03.2026, 19:00
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Bei Künstler Heinz Stockinger war offenbar früh klar, dass ihm Steine nicht im Weg liegen, sondern eher Inspiration liefern: Der 70-Jährige aus Enns (Bez. Linz-Land) arbeitet nicht mit Farbe, sondern mit echten Mineralien. Stein für Stein entstehen so Landschaften, Kellergassen oder Tiere – Werke, die im wahrsten Sinne des Wortes schwer beeindrucken.

"Heute" hat den Künstler Zuhause besucht. Schon im Wohnbereich hängen seine Werke felsenfest quasi an jeder Wand: von Meereslandschaften über Kellergassen bis zu einer Kuh. Und während der Blick noch von Bild zu Bild wandert, schmunzelt seine Frau schon: "Aber die große Menge kommt jetzt erst."

Erst schleppen, dann kleben

Denn der eigentliche Schatz wartet eine Etage tiefer. Sein Atelier im Keller ist bummvoll mit Arbeiten, Material und unzähligen Mineralien. Je nach Größe braucht der Künstler schon mal vier bis fünf Wochen für ein Bild: "Ich sitze dann meistens auch den ganzen Tag unten", sagt er.

Stockingers Kunst ist dreidimensional und darf gerne berührt werden.
"Heute"

Denn Stockinger malt nicht einfach, er baut seine Bilder förmlich auf. Seine Technik ist nämlich so ungewöhnlich wie aufwendig: Himmel und Wasser werden gemalt, alles andere entsteht aus Mineralien, manchmal ist auch Holz dabei. Die kleinen Stücke klebt er dann präzise auf das Bild – Stein für Stein, Körnchen für Körnchen.

Der Weg dorthin ist wortwörtlich steinig und schwer: "Die ganzen Mineralien sammle ich selber", erzählt der Künstler. Und dann heißt es schleppen: "Das sind dann 40, 50 Kilo, die trage ich vom Berg runter." Zuhause werden die Steine mit einem großen Gewicht zerkleinert, "dann siebe ich sie, damit ich verschiedene Körnungen habe", erklärt er.

Die wohl älteste Skyline der Welt

Die Farben bringen die Mineralien dabei von Haus aus mit: Serpentin ist grün, Turmalin schwarz, Schwefel gelb und Quarz weiß. In den vergangenen 25 Jahren entwickelte der 70-Jährige seine einzigartige Technik immer weiter.

Dem Künstler mangelt es nicht an Stein-Gags: Dieses Werk beschreibt Stockinger als "Die Skyline von New York in der Steinzeit".
Andreas Röbl

Auch der Humor kommt bei dem Ennser nicht zu kurz. Er zeigt "Heute" eines seiner Werke und fragt: "Was glaubt ihr, was das ist?" Der Blick fällt auf ein Häusermeer. Eine Skyline? New York vielleicht? Stockinger grinst. "Genau, das ist die Skyline von New York in der Steinzeit."

"Manche sind etwas esoterisch"

Wer die Bilder sieht, will automatisch näher ran – und darf das auch. Vorsichtig berühren ist ausdrücklich erwünscht, denn die Werke sind dreidimensional. Viele schauen nicht nur, sondern fahren mit den Fingern darüber. Und manchmal wird der Zugang zur Kunst dabei fast schon spirituell: "Manche sind etwas esoterisch, gehen hin und sagen, sie spüren etwas. Das gibt es auch", schmunzelt der 70-Jährige.

Ein paar Mal im Jahr zeigt Stockinger seine Werke bei Märkten und Ausstellungen – etwa auch am Ossiacher See in Kärnten, beim größten Kunsthandwerksmarkt Österreichs. Stockinger ist zwar selbst steinreich an Ideen – Aufträge werden aber gerne angenommen. Alle Infos und Kontaktdaten gibt es auf seiner Website.

{title && {title} } Lstr, {title && {title} } 08.03.2026, 19:00
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