Auto-Wette zeigt

PKW-Verzicht zahlt sich aus – Wiener sparen 170 Euro

46 Wiener Haushalte stellten ihr Auto drei Monate lang ab: Sie sparten bis zu 40 Prozent an Mobilitätskosten und waren fast genauso schnell unterwegs.
Wien Heute
15.01.2026, 11:30
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Drei Monate ohne eigenes Auto – für viele klingt das nach Verzicht. Für 46 Wiener Teilnehmer der Auto-Wette der Wiener Linien wurde daraus jedoch ein echter Gewinn: für die Geldbörse, fürs Klima und für die persönliche Mobilität. Das Institut für Verkehrswesen der BOKU hat das Experiment wissenschaftlich begleitet.

Weiter weg, fast gleich schnell

Ganz ohne Privat-PKW waren die Teilnehmer mobiler als zuvor. Sie erreichten täglich im Schnitt fünf Prozent weiter entfernte Ziele – rund zwei Kilometer mehr als mit dem eigenen Auto. Der Zeitverlust? Gerade einmal viereinhalb Minuten pro Tag.

Öffis, Rad und Füße

Mehr als 80 Prozent aller Wege wurden während der Auto-Wette umweltfreundlich zurückgelegt. 42,6 Prozent zu Fuß, knapp 20 Prozent mit Öffis, fast 17 Prozent mit dem Rad. Die Autofahrten gingen um neun Prozentpunkte zurück – das sind rund neun Kilometer pro Tag weniger im PKW. Stattdessen wurde geradelt oder Öffi gefahren. Im Juli, klassischer Urlaubsmonat, stieg der Öffi-Anteil sogar weiter an – einzelne Fahrten waren länger als 140 Kilometer.

5,5 Tonnen CO₂ eingespart

Der Umstieg machte sich auch fürs Klima bezahlt: 5,5 Tonnen CO₂ wurden in nur drei Monaten eingespart. So viel, wie ein kleines Wäldchen mit rund 440 Bäumen in einem Jahr bindet.

Noch deutlicher ist der Effekt beim Geld. Laut BOKU liegen die monatlichen Mobilitätskosten mit eigenem Auto bei 425,20 Euro. Ohne eigenes Auto konnten diese um bis zu 40 Prozent gesenkt werden.

Stadt gut, Land schwierig

In Interviews zeigte sich: Anfangs war der Planungsaufwand höher. Neue Routen, neue Gewohnheiten. Doch das legte sich schnell. Schwieriger bleibt die Mobilität außerhalb Wiens, dort wird der Zeitaufwand mit Öffis deutlich höher eingeschätzt. Trotzdem: 15 von 28 befragten Haushalten wollen ihr Auto verkaufen oder haben es bereits getan.

Im Partnerbezirk Währing ist die Bilanz besonders deutlich: Nur fünf von 14 Haushalten möchten ihren PKW behalten. Die Öffi-Anbindung wird hier als sehr gut bewertet.

"Bei dieser Wette haben alle gewonnen"

"Bei dieser Wette haben alle gewonnen. Es hat sich gezeigt wie viel auch ohne Auto-Schlüssel möglich ist", so Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Auch Währings Bezirksvorsteherin Silvia Nossek sieht klaren Nutzen: "Jedes Auto weniger spart Geld – und bringt Platz."

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