Vor allem in den frühen Morgenstunden soll es in Wiener Wasserstoffbussen deutlich zu kalt sein. Besonders betroffen ist die Buslinie 39A, wo Fahrgäste von nur sechs Grad im Fahrgastraum berichten. Auch nach mehreren Stationen wird es kaum wärmer.
Damit geraten ausgerechnet jene Busse in die Kritik, die als moderne und klimafreundliche Zukunftslösung angekündigt wurden. Statt angenehmer Temperaturen erleben viele Fahrgäste Kälte auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule. Der Ärger darüber wächst spürbar.
Scharfe Kritik kommt von FPÖ-Stadtwerke-Sprecher Klemens Resch. "Das ist für Fahrgäste und Fahrpersonal nicht zumutbar", sagt er. Laut Resch handle es sich nicht um Einzelfälle, vielmehr schwanke die Temperatur im Bus täglich zwischen sechs und zehn Grad. Lenker müssten "mit Haube und voller Winterkleidung" fahren.
Neben der Kälte nennt Resch weitere Probleme bei den Wasserstoffbussen. Dazu zählen technische Ausfälle, extrem grelles Innenlicht ohne Dimmung sowie Sitzbereiche, die für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität problematisch seien. Von einem Vorzeigeprojekt könne keine Rede sein.
Die Wiener Linien sehen hingegen kein generelles Heizproblem. Ein Bus brauche nach dem Ausfahren aus der Garage Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Bleibe es auch nach mehreren Stationen kalt, liege "vermutlich ein Defekt vor".
Unbestritten ist jedoch, dass in Wiens Öffis seit 2022 weniger geheizt wird. Statt früher 20 Grad gilt im Winter ein Zielwert von maximal 18 Grad. Eine verbindliche Mindesttemperatur gibt es nicht, zudem unterscheidet sich die Umsetzung je nach Fahrzeugtyp.