Was macht man eigentlich, wenn man mit 16 Jahren gerade Weltmeister geworden ist? Große Party? San Francisco unsicher machen? Den vielleicht größten Erfolg seines bisherigen Lebens bis tief in die Nacht feiern?
Nicht, wenn man Vikram Thiagarajan heißt.
"Ich gehe jetzt ins Hotel, schlafen", grinst der Brite wenige Minuten nach seinem Triumph im Gespräch mit "Heute".
Dabei hätte er allen Grund zu feiern. Bei den Pokémon-Weltmeisterschaften in San Francisco setzte sich der 16-Jährige in der Senior-Klasse gegen die internationale Konkurrenz durch. Im großen Finale im Chase Center, wo normalerweise Steph Curry und die Golden State Warriors auf Korbjagd gehen, krönte er sich zum Weltmeister.
Und offenbar ahnte nicht nur Vikram relativ früh, dass an diesem Tag etwas ganz Großes passieren könnte.
Während des wichtigsten Kampfes seines Lebens vibrierte plötzlich immer wieder sein Handy in seiner Hosentasche. Freunde und Verwandte verfolgten das Finale zu Hause im Stream und feuerten ihn mit zahlreichen Nachrichten an.
Vikram selbst musste die Gratulationen zunächst ignorieren. Schließlich hatte er noch einen Weltmeistertitel zu gewinnen.
Am Ende durfte er tatsächlich jubeln. Besonders stolz macht ihn, dass er damit nicht nur Großbritannien vertreten habe, sondern gewissermaßen ganz Europa. In seiner Klasse war er der einzige Europäer, der San Francisco als Weltmeister verlassen durfte.
Lange kann der 16-Jährige seinen außergewöhnlichen Erfolg allerdings nicht genießen. Schon in der kommenden Woche wartet wieder die Schule.
Dann sitzt dort zwischen seinen Klassenkameraden ein ganz normaler 16-Jähriger, der Hausübungen machen, lernen und Prüfungen schreiben muss.
Mit einem kleinen Unterschied: Er ist jetzt Pokémon-Weltmeister.