Der israelische Rechtsaußen-Politiker Zvi Sukkot hat am Dienstag ein palästinensisches Denkmal im von Israel besetzten Westjordanland zerstört. Auf Sukkots Seite im Onlinedienst Facebook war ein Video zu sehen, das den Parlamentarier zeigt, wie er im palästinensischen Dorf Madama mit einem Vorschlaghammer auf das Monument einschlug. Bei diesem habe es sich um ein "Denkmal für Terroristen" gehandelt, erklärte Sukkot, der selbst Siedler ist.
"Vor einigen Tagen habe ich vom Militär gefordert, Maßnahmen zur Entfernung der Denkmäler für Terroristen in den Dörfern der Mörder, Madama und Burin, zu ergreifen. Leider blieben sie stehen. Also bin ich selbst hingegangen und habe sie entfernt", erklärte Sukkot zu seiner Aktion auf Facebook.
Bei der Aktion wurde der rechtsgerichtete Politiker von israelischen Soldaten geschützt. Auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP teilte die Armee mit, sie sei zuvor von Sukkot irregeführt worden. Soldaten seien für die Aktion "von ihren eigentlichen Einsätzen abgezogen worden". Der Parlamentarier habe sich "täuschend" verhalten und "ohne Genehmigung" damit begonnen, das Denkmal zu zerstören.
Nachdem die Soldaten den Vorgang ihren Vorgesetzten gemeldet hätten, sei die Aktion abgebrochen worden. Sukkots Vorgehen sei ein "Missbrauch des Schutzes durch Sicherheitskräfte, um völlig außerhalb des genehmigten Rahmens zu handeln".
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kritisierte Sukkot dafür, die Armee für seine Zwecke eingespannt zu haben - die Zerstörung des Denkmals verurteilte er aber nicht. Sukkot habe die Armee daran gehindert, "sich auf ihre Aufgaben im Kampf gegen Terrorismus und Hetze zu konzentrieren", erklärte Netanjahu.
Der Dorfvorsteher von Madama, Rami Nassar, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Denkmal im Ortszentrum trage die Namen von Palästinensern, die bei einem Gefecht mit israelischen Sicherheitskräften im Jahr 1968 getötet wurden.
Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu hat Israel den Siedlungsbau im Westjordanland stark vorangetrieben.