Ein ranghoher UN-Vertreter hat wegen der jüngsten Gewalt im Westjordanland Alarm geschlagen. Die Lage verschlechtert sich laut ihm "rasant" und "verschärft die ohnehin schon alarmierende Situation in dem übrigen besetzten Palästinensergebiet".
Das sagte der stellvertretende UN-Sonderkoordinator für den Friedensprozess im Nahen Osten, Ramiz Alakbarov, am Dienstag vor dem UN-Sicherheitsrat. Er hält eine weitere Eskalation für "immer wahrscheinlicher", falls nicht rasch entsprechende Gegenmaßnahmen gesetzt werden.
In der letzten Woche hat die "eskalierende Gewalt" im von Israel besetzten Palästinensergebiet laut Alakbarov "zu zivilen Opfern, Vertreibungen, Sachschäden und einer zunehmenden Unsicherheit in den betroffenen Gemeinschaften geführt".
Gleichzeitig verurteilte der UN-Vertreter palästinensische Angriffe auf Israelis und forderte die Palästinenser auf, "Gewalt klar abzulehnen". Die Angriffe radikaler jüdischer Siedler gehen laut Alakbarov "auf besorgniserregendem Niveau" weiter.
Israels Regierung forderte er auf, "unverzügliche und wirksame Maßnahmen" zu setzen, "um Siedlergewalt zu verhindern, palästinensische Orte zu schützen und sicherzustellen, dass alle Täter zur Rechenschaft gezogen werden".
Seit dem Großangriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 kommt es auch im Westjordanland immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Bei den letzten Vorfällen wurden am Freitag zwei Israelis und vier Palästinenser getötet.
Israels Armee führte danach einen "umfangreichen Anti-Terror-Einsatz" durch. In der Nacht auf Sonntag steckten radikale jüdische Siedler nach palästinensischen Angaben zwei Moscheen in Brand.