Krisenherd Westjordanland

Netanjahu kündigt den Ausbau israelischer Siedlungen an

Nach tödlicher Gewalt im Westjordanland kündigt Israels Regierung den Ausbau umstrittener Siedlungen und verstärkte Einsätze im Gebiet an.
Newsdesk Heute
24.07.2026, 20:49
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Nach einer weiteren blutigen Auseinandersetzung im Westjordanland, bei der zwei Israelis und vier Palästinenser ums Leben gekommen sind, hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu angekündigt, Siedlungsvorposten weiter auszubauen.

Bereits bestehende "landwirtschaftliche Außenposten" sollen außerdem rasch "legalisiert" werden, wie Netanjahu am Freitag erklärte – und das, obwohl alle israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland völkerrechtswidrig sind. Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz kündigten zudem an, in palästinensischen Dörfern Razzien durchzuführen, die im Verdacht stehen, Kämpfer zu beherbergen.

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Die Armee wiederum sprach von einem "umfangreichen Anti-Terror-Einsatz" in jenem Gebiet, wo die jüngsten Zusammenstöße stattgefunden haben. Laut eigenen Angaben hat sie bereits begonnen, dort zusätzliche Kräfte zu stationieren. Der jüngste Vorfall ereignete sich nahe der israelischen Siedlung Havat Gilad im Norden des Westjordanlands.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden dabei ein israelischer Soldat und ein Mitglied einer bewaffneten Wachmannschaft der Siedlung erschossen. Das palästinensische Gesundheitsministerium meldete, dass vier Palästinenser im nahegelegenen Dorf Tell getötet wurden. Vier weitere Palästinenser wurden verletzt.

Die Darstellungen der Ereignisse gehen auseinander und konnten nicht unabhängig überprüft werden. Das israelische Militär sprach zunächst von einem Angriff auf israelische Zivilisten, die auf einer Wanderung unterwegs gewesen seien. Später korrigierte die Armee ihre Angaben und berichtete von einer "gewaltsamen Auseinandersetzung" zwischen dutzenden Palästinensern und israelischen Zivilisten.

Schilderungen gehen auseinander

Auch ein Sicherheitsteam aus Havat Gilad und israelische Soldaten seien im Einsatz gewesen. Ein Palästinenser habe dem Sicherheitsteam eine Waffe abgenommen und damit ein Mitglied der Siedler-Wachmannschaft erschossen.

Der Ortsvorsteher des palästinensischen Dorfes Tell, Walid Sidan, erklärte, dass am Morgen rund 20 israelische Siedler das Dorf "gestürmt" hätten. Es sei zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Bewohnern gekommen. Israelische Soldaten hätten gemeinsam mit den Siedlern das Feuer eröffnet.

Schon am Vortag waren nach Messerattacken im Westjordanland drei palästinensische Angreifer getötet worden.

Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als eine halbe Million Israelis, deren Siedlungen völkerrechtswidrig sind.

Seit dem Ausbruch des Gaza-Kriegs nach dem Großangriff der radikalislamischen Hamas im Oktober 2023 hat die Gewalt auch im Westjordanland deutlich zugenommen.

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