"Beschimpft und gemobbt"

Polizeischülerin gefeuert – sie klagt auf 100.000 Euro

Brisante Causa bei der Polizei: Eine Aspirantin will massives Mobbing erlebt haben, klagt gegen ihre Kündigung. Der Streitwert beträgt 100.000 Euro.
Christian Tomsits
04.03.2026, 05:30
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Der Traum vom Beamtenjob in Blau endete für eine spätberufene Polizeischülerin (41) aus Niederösterreich mit einem blauen Wunder. Die 41-Jährige angehende Objektschützerin wurde gefeuert und musste ihre Uniform an den Nagel hängen.

Dagegen geht sie nun vor und erhebt schwere Vorwürfe gegen Ausbildner und Mitschüler – berichtet von Beschimpfungen, Mobbing, Demütigungen bis hin zu Drohungen. Gemeinsam mit Anwalt Niyazi Bahar aus Zistersdorf (NÖ) klagt sie am Arbeits- und Sozialgericht Wien die Republik auf Unwirksamerklärung der Kündigung. Als Streitwert wurde das ausstehende Gehalt für die verbleibende Ausbildungszeit herangezogen: 100.000 Euro.

Schon kurz nach ihrem Ausbildungsstart im Juni 2025 sei eine Kollegin sie angegangen, befand, sie sei "keine gute Mutter, weil ich Vollzeit arbeite". Ein Ausbildner verunglimpfte ihre auffälligen Arm-Tattoos angeblich als "suspekt und ländlich", soll sie als "unpassend für den Beruf" bezeichnet haben.

Die 41-Jährige wurde laut eigenen Angaben in weiterer Folge von Ausbildungen ausgeschlossen, habe "im Winkerl sitzen müssen" und sei in aller Öffentlichkeit als "H*re und Dr*cksau" beschimpft worden. "Mir wurden fiese Anschuldigungen an den Kopf geworfen, die sich als haltlos herausstellten."

Als die zweifache Mutter sich intern gegen das "massive Mobbing" wehren wollte und Missstände offen ansprach, eskalierte die Situation vollends. "Mir wurde gesagt: vor 15 Jahren hätte es so etwas wie mich nicht bei der Polizei gegeben und von Vorgesetzten gedroht, dass ich bei keiner Blaulichtorganisation mehr einen Job bekomme, wenn man mit mir fertig sei", so die Betroffene zu "Heute".  

Ing. Mag. Niyazi Bahar reichte für die Polizeischülerin Klage ein
privat

Es kam wegen "fehlender Sozialkompetenz" zu insgesamt vier (!) Kündigungen, die allesamt von ihr bekämpft werden. Die vierte und letzte vom 19. Jänner 2026 nun bald vor Gericht. "Das passiert, wenn man als Aspirantin Dinge anspricht, die der Führung eines Bildungszentrums nicht passen", meint die Betroffene, die nun vom AMS-Geld leben muss und um ihre Zukunft bangt.

"Sie ist extrem motiviert und will unbedingt Polizistin werden, schafft alle Ausbildungsziele. Wir verstehen nicht, warum man sie trotz Personalmangels loshaben will", so ihr Anwalt. Die Wiener Polizei wollte sich zum laufenden Verfahren nicht äußern. Die Unschuldsvermutung gilt.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 04.03.2026, 16:01, 04.03.2026, 05:30
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