Mit Top-Transfers wie dem von Hans Krankl zu Barcelona und "Schneckerl" Prohaska zu Inter Mailand machte sich der umtriebige Wiener Anwalt Skender Fani (†83) als Fußball-Manager einen Namen. Nach dem plötzlichen Tod 2023 traten sich Abgründe auf, die ihresgleichen suchen – "Heute" berichtete einst exklusiv.
Statt eines riesigen Vermögens hinterlässt der aalbanischstämmige Jurist einen Schuldenberg in Millionenhöhe. Vom Geld zahlreicher zahlungskräftiger Klienten – darunter auch Ex-Teamstürmer Toni Polster –fehlt seither jede Spur. Auch das angebliche Immobilien-Imperium im Ausland (Miami, Dubrovnik, Karibik) entpuppt sich nachträglich als Luftschloss.
Die Vermutung: Das Geld könnte beiseite geschafft worden sein. Polster enthüllt nun im ORF brisantes zur Causa. "Zehn Tage vor seinem Tod habe ich ihm geschrieben, ich möchte das Geld zurückhaben. Und dann habe ich noch eine kurze Antwort von ihm bekommen, aber dann ist er schon gestorben", so Polster. Hatte Fani ein schlechtes Gewissen?
Übrig bleibt nun pure Enttäuschung. "Ich habe ihm wie einem Vater vertraut." Mehr als 27 Millionen Euro Forderungen wurden im Insolvenzverfahren am Wiener Handelsgericht bisher angemeldet. Gerichtlich anerkannt wurden immerhin Schulden in der Höhe von 14,7 Millionen Euro.
Auch zwei weitere anonyme Opfer melden sich im "Schauplatz Gericht" und in "Akte Betrug" (Freitag um 21.20 Uhr auf ORF 2) zu Wort. "Wir haben ihm 320.000 bzw. 200.000 Euro geborgt, er hat uns 12 Prozent Zinsen versprochen. Das Geld ist weg." Ein bekannter Sportjournalist befindet sich ebenfalls unter den Geschädigten und erklärt: "Wir sind fast genial hinters Licht geführt worden."
Am Handelsgericht Wien läuft das Insolvenzverfahren über den verschuldeten Nachlass von Skender Fani wohl noch über Jahre. Die Masseverwalterin ist gerade dabei, noch vorhandene Immobilien und Firmenbeteiligungen zu veräußern – zumindest jene, die bekannt sind. Das Verfahren wird wohl noch Jahre dauern.