Tagger legte beim WTA-Turnier in Linz eine echte Talentprobe ab. Die erst 18-Jährige kämpfte sich ins Viertelfinale, dort war dann ausgerechnet gegen Landsfrau Anastasia Potapova Endstation. Die gebürtige Russin, die erst seit Jänner für Österreich spielt, setzte sich nach einem umkämpften ersten Durchgang mit 7:6 (7) und 6:0 durch. Am Ende entschied die Routine zugunsten der 25-Jährigen, die zu Wochenbeginn noch an Taggers Seite Doppel gespielt hatte. Während Potapova den Status als Österreichs Nummer eins im Frauen-Tennis festigte, schaffte Tagger mit ihren Erfolgen in Linz immerhin erstmals den Sprung in die Top-100 der Weltrangliste.
"Ich denke, Lilli hat eine große Zukunft vor sich. Es war nur das erste Spiel von vielen, die wir in Zukunft sicher noch gegeneinander spielen werden. Ich wünsche ihr alles Gute", lobte die 25-Jährige ihre Gegnerin, mit der sie auch bereits gemeinsam trainiert hat.
Vor allem im zweiten Satz zeigte Potapova ihrer Konkurrentin aber die Grenzen auf, agierte variantenreich, konsequenter in den entscheidenden Punkten. "Ich bin stolz auf meine Leistung", meinte die gebürtige Russin dann. "Ich war in den engen Situationen sehr fokussiert, habe immer auf den nächsten Punkt geschaut. Ich bin einfach konzentriert geblieben", erklärte Potapova, die ihr erstes WTA-Halbfinale der Saison und damit als Österreicherin erreichte.
Tagger war freilich enttäuscht, konnte die Niederlage aber richtig einordnen. "Es ist schade, ich hätte mich natürlich gefreut, ins Halbfinale zu kommen. Der erste Satz war recht knapp, den habe ich mir fast ein bisschen selbst verspielt. Dann habe ich mich ein bisschen einschüchtern lassen. Aber das gehört dazu, man lernt immer im Tennis", so die French-Open-Siegerin 2025 bei den Juniorinnen.
Gleichzeitig nimmt Tagger 108 Weltranglistenpunkte mit, wird im Hauptbewerb von Roland Garros aufschlagen: "Es ist ein Meilenstein. Aber das Ziel ist es jetzt, aus diesem Spiel zu lernen."