Teuerung und Inflation fressen auch bei den Studierenden in Wien oft ein Loch ins Börserl. Schon im Herbst soll in ausgewählten Uni-Mensen ein 5-Euro-Billigmenü eingeführt werden. Doch den Studierendenvertretern der ÖH ist das nicht günstig genug. Sie machen Druck: Ein Mittagessen soll in der Mensa höchstens 3 Euro kosten.
Laut ÖH verzichten viele Studierende auf die Mensa, weil ihnen die Preise dort zu hoch sind. Bei einer Befragung im Rahmen einer 2-Euro-Mensaaktion an der TU Wien gaben mehr als 83 Prozent an, nur wegen des Sonderangebots in der Mensa gegessen zu haben. Mehr als die Hälfte der Befragten, konkret 56,2 Prozent, besucht die Mensa normalerweise überhaupt nicht. An der Umfrage nahmen 306 Studierende teil.
Für die Studierendenvertretung sind die Ergebnisse ein klarer Auftrag zum Handeln. Sie fordert ein flächendeckendes und öffentlich finanziertes Mensasystem mit dauerhaft leistbaren Preisen. Ziel sei ein Mittagessen um höchstens 3 Euro, kombiniert mit guter Qualität und mehr Mitbestimmung für Studierende und Beschäftigte.
"Mensen dürfen kein Luxus sein", so Selina Wienerroither vom ÖH-Vorsitzsteam. Die Katinen sind auch Treffpunkte und soziale Orte. "Wenn Studierende sich ein Mittagessen nicht leisten können, wird Teilhabe am Hochschulleben für viele zur Frage des Geldbeutels."
Auch ökologische Aspekte spielen laut ÖH eine Rolle. "Leistbare Mensen sind auch eine Frage von Nachhaltigkeit: Nur so können regionale, saisonale und klimafreundliche Angebote für alle zugänglich sein – ohne dass Studierende aus Kostengründen auf ungesunde Alternativen ausweichen müssen", so Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitzsteam.
Die Studierenden kritisieren, dass Preisgestaltung, Angebot und Ausrichtung derzeit weitgehend ohne Mitsprache der Betroffenen festgelegt werden. "Studierende wissen am besten, wo man bei den Mensen ansetzen muss und wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Wir wollen nicht nur beim Essen mit am Tisch sitzen, sondern auch, wenn über Angebot und Preisgestaltung entschieden wird", fordert Wienerroither.
Geplant sind sogenannte Mensen-Räte an den einzelnen Standorten. Diese sollen über Speisepläne und Rahmenbedingungen mitentscheiden. Das 5-Euro-Menü könne laut ÖH nur ein erster Schritt sein.