Die Stadt Wien und die Wirtschaftskammer wollen den Wirtschaftsstandort Wien mit einer Reihe neuer Projekte stärken. Bürgermeister Michael Ludwig (SP) und WKW-Präsident Walter Ruck präsentierten am Dienstag eine gemeinsame Vereinbarung, in der elf Leuchtturm-Projekte festgeschrieben sind. Im Mittelpunkt steht dabei Künstliche Intelligenz.
Stadt und Wirtschaftskammer wollen Wien gezielt als KI-Hauptstadt positionieren. Dazu ist ein gemeinsamer "KI Economy Report" geplant. Dieser soll Entwicklungen dokumentieren, Wertschöpfungseffekte analysieren und die Grundlage für neue Ideen bilden.
Hintergrund ist der internationale Wettbewerb um Unternehmen und Investitionen im KI-Bereich. Wien will dabei von Produktivitätssteigerungen, neuen Geschäftsmodellen und innovativen Jobs profitieren.
Mit der Vienna Digital School soll außerdem eine neue IT-HTL samt IT-Fachschule entstehen. Im Vollausbau soll die Bildungseinrichtung mehr als 600 Schülerinnen und Schüler aufnehmen und jährlich rund hundert Absolventen hervorbringen.
Geplant sind Schwerpunkte in Informationstechnologien sowie Vertiefungen in Energiesteuerung, Data Science, IT-Security, KI und Robotik. Zusätzlich soll ein Bildungsangebot zu Green IT und erneuerbaren Energiesystemen geschaffen werden. Die Ausbildung soll praxisnah und teilweise bilingual erfolgen. Ziel ist es, digitale Kompetenzen direkt in Projekten anzuwenden und junge Menschen auf Berufe der Zukunft vorzubereiten.
Ein weiteres Vorzeigeprojekt ist das Wiener Robotik Labor. Auf rund tausend Quadratmetern sollen Schüler, Studierende, Lehrkräfte und angehende Fachkräfte Zugang zu moderner Robotik- und Automatisierungstechnik erhalten. Geplant sind Roboterstationen, Werkstätten, Schulungsräume sowie digitale Lernangebote mit Simulationsumgebungen und Online-Modulen.
"Der Erfolg Wiens beruht auf Innovation, Zusammenhalt und einer starken Partnerschaft zwischen Stadt und Wirtschaft. Mit unserer Zukunftsvereinbarung setzen wir konkrete Projekte um, die den Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken – von der Vienna Digital School über das Wiener Robotik Labor bis zur gezielten Positionierung Wiens als führenden KI-Standort", so Bürgermeister Michael Ludwig (SP). "Gleichzeitig investieren wir in die Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte und in die Weiterentwicklung unserer Grätzl. Damit schaffen wir Chancen für Unternehmen, Beschäftigte und die nächste Generation."
"Der Wirtschaftsstandort Wien entwickelt sich besser als Gesamtösterreich", so Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck. "Das liegt einerseits daran, dass es uns gelungen ist, seine Heterogenität zu stärken. Die Vielfalt der Unternehmensgrößen und in der Branchenverteilung lässt uns schwierige Zeiten besser verkraften und Chancen nutzen. Auf der anderen Seite gehen wir in Wien einen etwas anderen Weg, nämlich den der Zusammenarbeit und des Dialogs."
Besonders wichtig sei ihm die geplante Vienna Digital School. "Sie soll dringend benötigte Fachkräfte in den Bereichen der Informationstechnologie und Digitalisierung ausbilden", so Ruck.
Ein weiteres Ziel ist die stärkere Vernetzung Wiens mit ausgewählten Partnerstädten in Mittel- und Südosteuropa. Die Stadt sieht darin großes Potenzial für zusätzliche wirtschaftliche Impulse und eine stärkere internationale Sichtbarkeit der Region.
Auch leer stehende Geschäftslokale stehen auf der Agenda. Stadt und Wirtschaftskammer wollen die Wirtschaftsagentur Wien beim Aufbau und der Weiterentwicklung einer Leerstandsdatenbank unterstützen. Dadurch sollen freie Flächen schneller sichtbar gemacht und Geschäftsstandorte langfristig gestärkt werden.
Weitere Projekte betreffen die Stärkung der Lehre, die Unterstützung von Unternehmensgründern, die Weiterentwicklung der Vienna Green Economy, eine Beschattungsinitiative im Altbau, den Ausbau des Projekts Zero Emission Transport sowie Maßnahmen zur Förderung unternehmerischen Denkens. Alle Projekte gibt es hier zum Nachlesen