Erst vor zwei Wochen hat der Kulturausschuss der Stadt Wien gegen die Stimmen der Opposition neue Förderrichtlinien beschlossen, die das Ende der bisherigen Mehrjahresförderungen einzuläuten schienen. Demnach sollen mehrjährige Gesamtförderungen künftig nur noch "in absoluten und besonders begründeten Ausnahmefällen" vergeben werden.
Nun, ausgerechnet einen Tag bevor der Gemeinderat die neuen Richtlinien endgültig beschließen soll, rudert Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) zumindest teilweise zurück. Die Stadträtin präzisierte am Montag, was unter diesen "Ausnahmefällen" zu verstehen sei.
Konkret bleiben die vierjährigen Konzeptförderungen für die Darstellende Kunst ebenso erhalten wie die zweijährigen Gesamtförderungen für Tanz, Theater und Performance. Damit sollen Künstlerinnen, Künstler und Kulturinstitutionen weiterhin langfristig planen können.
"Die Wiener Kulturlandschaft braucht Planungssicherheit", betont Kaup-Hasler. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es wichtig, verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen.
Die Stadträtin verweist auf die vergangenen acht Jahre ihrer Kulturpolitik. In dieser Zeit seien zahlreiche Förderungen erhöht, Budgets angepasst und Investitionen in kulturelle Infrastruktur vorgenommen worden. Besonders während der Corona-Pandemie habe die Stadt Wien rasch auf die Bedürfnisse der Kulturszene reagiert.
Auch jetzt, in Zeiten der Budgetkonsolidierung, wolle Wien an diesem Kurs festhalten. Die Kulturszene solle nicht die Leidtragende von Sparmaßnahmen werden.
Kaup-Hasler kündigt zudem an, gemeinsam mit der Verwaltung weitere Lösungen zu entwickeln, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der vielfältigen Wiener Kulturlandschaft gerecht werden sollen.