Die Stadt Wien richtet ihre Internationalen Büros neu aus. Das Netzwerk, das vor rund 30 Jahren aufgebaut wurde, soll künftig stärker dazu beitragen, internationale Unternehmen nach Wien zu holen und den Wirtschaftsstandort im Wettbewerb mit anderen europäischen Metropolen zu stärken.
Mit einem Beschluss des Gemeinderats wurde die Vertragsverlängerung der Büros besiegelt. Gleichzeitig erfolgt eine strategische Neuausrichtung. Der Fokus liegt künftig verstärkt auf Unternehmensansiedlungen, Innovation und dem Ausbau internationaler Wirtschaftsbeziehungen.
"Städte sind heute zentrale Akteure auf der internationalen Bühne. Mit den Internationalen Büros verfügt Wien über ein bewährtes Instrument aktiver Stadtaußenpolitik, das den Austausch mit Partnerstädten stärkt, wirtschaftliche Chancen eröffnet und die internationale Positionierung unseres Standorts unterstützt", so Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Die Büros sollen Wien dabei helfen, Investitionen anzuziehen und internationale Netzwerke auszubauen. "Gerade in einer Zeit, in der viele internationale Brücken abgebrochen werden, setzt die Stadt Wien ihre Kooperationen mit ihren europäischen Dialogstädten konsequent fort", Vizebürgermeisterin Barbara Novak (SPÖ).
Das Netzwerk entstand 1996 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Damals sollten die Wiener Auslandsbüros den Kontakt zu den Hauptstädten Mittel- und Osteuropas stärken. Heute ist Wien mit Büros unter anderem in Berlin, Belgrad, Budapest, Krakau, Ljubljana, Prag, Sarajevo, Sofia und Zagreb vertreten. Die Kontakte nach Bratislava werden direkt aus Wien betreut.
Allerdings war das Projekt nicht immer unumstritten. Kritik kam in der Vergangenheit sowohl von Oppositionsparteien als auch vom Stadtrechnungshof. NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Ornig verweist auf Reformen der vergangenen Jahre: "Nach der weitreichenden Kritik der Oppositionsparteien und des Stadtrechnungshofs wurden die immer schon umstrittenen Auslandsbüros ... auf transparentere und wesentlich kosteneffizientere Beine gestellt."
Künftig sollen die Standorte weniger als Kommunikationsbüros auftreten und stärker als wirtschaftliche Standortagenturen agieren. Ziel ist es, gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien internationale Unternehmen, Start-ups und Investoren für die Bundeshauptstadt zu gewinnen. Die Geschäftsführerin der Internationalen Büros, Sanja Drazic, betont die Bedeutung der lokalen Kontakte: "Die MitarbeiterInnen vor Ort kennen die idealen AnsprechpartnerInnen aus Politik, Verwaltung, Medien und Kultur."
Neben wirtschaftlichen Themen unterstützen die Büros auch internationale Fachkonferenzen, Delegationsreisen und den Austausch zu Zukunftsfragen wie Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und nachhaltiger Stadtentwicklung. Damit soll Wien seine Position als Technologie-, Innovations- und Wirtschaftsstandort in Zentral- und Osteuropa weiter ausbauen.